Samstag, 24. Juli 2010

Pannocchie mit Iberico!


Im Liegestuhl liegend habe ich mir mal wieder einen alten Schmöker reingetan "Kulinaritäten". Es ist der Briefwechsel zweier Journalisten aus der Schweiz, Alice Vollenweider und Hugo Loetscher, über die Kunst und Kultur der Küche.
Das Buch erschien im Jahre 1971.
Sie schreiben über die Zubereitung von Speisen und geben sich gegenseitig Tipps.
Da schreibt Hugo z.B.:
''Das Austauschen von als Rezept formulierten Erfahrungen ist ein lustiges Spiel und hat als solches schon seinen Reiz, ohne dass man sich gleich ans Ausprobieren machen muss. Wobei es immer wieder Tipps gibt, die sich lohnen auszuprobieren.''

Die beiden bezeichnen sich selbst in diesem Buch als Voresserin und Voresser.
Im Grunde ist diese Art der Mitteilungen der Vorläufer des kulinarischen Blog's, wie wir es hier betreiben. Das Blog ist also garnicht so neu, wie man glauben könnte, nur manchmal nicht so lustig.

Warum ich das hier schreibe? Weil ich von einer Seelenverwandten den Tipp bekam -nachdem ich ihr die schönen Pannocchie gezeigt hatte-, unbedingt die wunderbaren iberischen Schweinsbäckchen zu kaufen. Wegen der guten Sauce, die die geriffelten Nudeln so gut aufnehmen können.


Also, schon wieder iberisches Schwein gekauft. Der Fleischlieferant meines Vertrauens hat seit einiger Zeit eine schöne Auswahl des selbigen, besonders von den sogenannten niedrigen Teilen. Dazu gehören auch die Bäckchen, die so schön mit Fett durchzogen sind.



Für 2 Personen hatte ich:

  • 4 Bäckchen
  • 1 Zwiebel, 2 Knoblauchzehen
  • 1 Möhre
  • 1 Stange Staudensellerie
  • 5 Tomaten
  • Salz, Pfeffer
  • einen Zweig Olivenkraut,  das wächst gerade wie verrückt, oder Rosmarin
  • Olivenöl
  • 1 halbes Glas Weißwein
Zwiebeln und Knoblauch in Olivenöl anbraten. Was haben wir eigentlich früher ohne Olivenöl gemacht?
Die Bäckchen würfeln und mitbraten, bis sie rundherum braun sind, wegen der Röststoffe, Ihr wisst schon.




Die Tomaten häuten, kleinschneiden und dazu geben und mitschmurgeln lassen. Falls Säure fehlt, mit Wein angießen. Salzen, pfeffern. Das ist jetzt der Zeitpunkt, das Pastawasser aufzusetzen. Die Pannocchie brauchen 12 Minuten Kochzeit.
Nach einer halben Stunde sind die Bäckchen zart und lecker und können serviert werden.



Buon Appetito!

Kommentare:

  1. Hübsche pastaform. Das kleinschneiden der Bäckchen macht das Gericht beinahe zum Schnellgericht. Gute Idee.

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  2. Klasse Gericht - und klasse neues Layout des Blogs!

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  3. Dein Fleischvertrauter scheint ein wahrer Glücksfall zu sein. Hier bestehen alle Tiere offenbar nur aus Rücken und Filet. Seit langer Zeit frage ich mich, was die Metzger mit den niedrigen Teilen machen. Schmeißen sie sie weg?
    Übrigens kann ich mich an keine Zeit erinnern, da wir ohne Olivenöl auskommen mussten. Meine Eltern haben das immer gehabt, glaube ich.
    Dein Essen sieht übrigens wunderbar aus. Sowas hätte ich heute auch gerne. - Woher hast Du denn nun diese schöne Pasta?

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  4. Das Büchlein las ich vor vielen Jahren auch, mit Freude, es steht immer noch im Regal. Am meisten beeindruckte mich Tschiribiri (oder ähnlich) mit seinem Risotto-Tip, Frauen hätten zuwenig Geduld und so. Ab und an essen auch wir nur ein Risotto mit Salami und einem Glas Wein dazu. Sonst erinnere ich mich keines Rezepts aus dem Briefwechsel.

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  5. @ Robert: ich war selbst überrascht, wie schnell die Bäckchen zart waren.

    @ Geniesser: danke fürs Kompliment.

    @ Nata: ich habe eine sehr gute Einkaufsquelle und bin sehrdankbar darüber.
    Dass wir früher kein Olivenöl kannten, das lag an der Strafe der fühen Geburt!

    @ Houdini: das Buch muss man noch einmal lesen. Allein die Titel der einzelnen Briefe, z.B. Das grusinische Huhn oder der lächelnde Topf oder Rosmarin Proleten. Ein echter Genuss.

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  6. Die Pasta sieht ja schön aus...und das fertige Gericht ...und das neue Layout...

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  7. Wo kann man die Nudeln Pannocchini kaufen? Sie sehen so hungrig machend aus.

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  8. @ Suse: nach fast einem Jahr, musste das sein mit dem neuen Gewand.

    @ Julius 3: ich kaufte die Pasta bei Coniglio, Hernerstrasse. Er hat eine schöne Auswahl der Fa. "Don Antonio" aus den Abruzzen. Natürlich gibt es sie auch übers Internet.

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