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Sonntag, 24. November 2013

Blondviech aus Galicien, aber der Wein, etwas fürn Ar...?




In Portugal sagt man:
"Fala portuguesa come una vacca gallega", will heißen: "Du sprichst portugisisch wie eine galicische Kuh". So, nun weiß ich Bescheid.
Ja, mit der Sprache haperts bei mir tatsächlich in Portugal.  Italien und seine Sprache liegen mir da schon mehr.
Aber wie ich jetzt darauf komme? Beim letzten Besuch auf unserem Moltkemarkt, dem neuen Feierabendmarkt in Bochum, kaufte ich ein schönes Stück Fleisch beim Fleischstand  "Edles Fleisch". Aber nicht irgendein Stück, nein ein Ryb-Eye vom galicischen Blondvieh.
Da viel es mir wieder ein, dieses Sprichwort aus Portugal.
Das Fleisch ist allerdings aus Spanien, wie der Name schon sagt, da muss ich ja der portugiesischen Sprache nicht mächtig sein.

Rib-Eye vorher

Rib-Eye nachher
Ein wunderbar marmoriertes Stück Rndfleisch. Das Größenverhältnis stimmt nicht ganz. Das Fleisch ist nämlich kein bisschen zusammengeschrumpft.

Zutaten:
  • 1 Steak
  • Öl zum Braten
  • Salz, Pfeffer
  • Knoblauch   nach Gusto
Eigentlich braucht man nichts weiter dazu, es ist schon Genuss genug. Bei uns gab es aber ein gepfeffertes Kartoffel-Spitzkohl-Ragout dazu.

Zutaten Kartoffel-Spitzkohl-Ragout:

  • 3 Kartoffeln
  • 1/2 Spitzkohl
  • 1 Tasse Hühnerbrühe   wenn zur Hand , sonst Wasser
  • Butter
  • 1 Zwiebel
  • 1 TL Pfefferkörner
  • Chili   nach Gusto
  • Petersilie


Zubereitung:

Den Spitzkohl fein schneiden, im Salzwasser blanchieren und eiskalt abschrecken.

Die Kartoffeln schälen, würfeln und in Hühnerbrühe mit Pfefferkörnern und Chili kochen.
Sind die Kartoffeln gar, ist die Brühe verkocht. Es wird nichts abgegossen, alle Inhaltsstoffe bleiben darin.
Zwiebel fein schneiden, in  Butter andünsten. Den Spitzkohl und die Kartoffelwürfel dazu geben und durchschwenken.
Die Petersilie ganz zum Schluss dazugeben.

Das Fleisch vor der Zubereitung etwa eine Stunde bei Zimmertemperatur liegen lassen. Da wir es gern sehr rot mögen, würde es sonst innen nicht heiß genug werden. Außerdem hat es Zeit sich zu entspannen. Das tue ich auch in der Zeit.
Nach einer Stunde das Steak in wenig Öl scharf anbraten, den Knoblauch dazu geben, oder auch nicht, ganz wie man mag. Bei 80° im Ofen nachziehen lassen. Da kommt es nicht auf 10 Min. an bei der niedrigen Temperatur.

Zum Anrichten das Kartoffel-Spitzkohl-Ragout auf den Teller geben, das Rib-Eye in Scheiben geschnitten dazu gesellen.
Dazu tranken wir einen sehr feinen Chianti-Classico von der Fattoria Nittardi, mit einem Etikett, gestaltet  von Tomi Ungerer. Man sieht darauf lauter nackte Är...e. Soll aber ganz und gar nicht heißen, dass der Wein etwas fürn Ar... ist



Mir fehlte dazu keine Sauce, das Fleisch war durch die Marmorierung schön saftig, hatte einen  vollen Geschmack und war kernig im Biss.
So schmeckt also Blondvieh!


Buon Appetito!


Mittwoch, 11. Januar 2012

Lieben Sie Brahms?

Ja, ich liebe Brahms, ganz besonders den ungarischen Tanz Nr. 5. Da gerate ich schnell mal ausser Rand und Band.



Ein Post über Wein, das ist neu für dieses Blog. Und keine Sorge, es wird auch nicht zur Gewohnheit, dafür verstehe ich zuwenig davon.
Immer wieder zu Weihnachten bekomme ich von meiner Freundin Puki Weine aus Südafrika geschenkt. Den Pinotage "Brahms" fand ich im letzten Jahr schon besonders gut. So ist es bei leckeren Weinen, einige werden mit den Jahren immer besser. Das beobachte ich bei manchen Menschen auch schon länger.


Und das hat der Wein mit Johannes Brahms gemeinsam. Spätestens nach der zweiten Flasche wird getanzt.



Was soviel heißt, dass Pinitage sich auch gut im südafrikanischen Doppelpack macht. Hier ist es die Traube die fasziniert. "Pinotage", für mich mehr oder weniger Neuland.
Bei Johannes Brahms, die Kraft der Musik, mir schon eher bekannt.

Um einen Wein richtig geniessen zu können, sollte man aber auch etwas essen, ist ja schliesslich ein Foodblog.
Wir hatten noch ein Stück Rehrücken im Froster, mein wilder Jäger aus dem Sauerland hatte uns gut versorgt, das darauf wartete verarbeitet zu werden.



Das Rehrückenfilet ist schnell zubereitet, aber das wichtigste ist ja die Sauce, oder? Die Zubereitung ist ja immer dieselbe.
Mit Rosenkohl und Spätzle ließen wir es uns schmecken.



Die Sauce hatte ich mit dunkler 80%iger Schokolade gebunden, was wiederum gut zum Pinotage passte.

Bleibt nur noch Zeit für einen Schlusssatz:

 "O, das schmeckt gut. Danke!" - sagte Johannes Brahms zu seiner Krankenschwester, die ihm ein Glas Wein gegeben hatte, 3. April 1897

Na dann, Skål!

Dienstag, 6. September 2011

Reise durch Unterfranken in Bildern, Teil I


 Genussvolle Idylle pur.

Ein Wetter, wie im Bilderbuch.

Das frühere Finanzamt.

 Alle möglichen Zunftschilder sind vertreten.

Selbst der Metzger kann vom Wein nicht lassen.

Dieser Winzer hätte besser in Gemüse gemacht.

Manchmal muss es eben nobel sein.
Alles, ausser vegetarisch, der grüne Baum.

Nicht nur für gekrönte Häupter.

Lauter schöne Gasthöfe.

Aber Vorsicht, man kann nie wissen, was man bekommt.

Winzerbett? Wenn der Winzer nett ist, warum nicht.

Upp's.

Da sag ich besser nicht's dazu.
......allein für den Franken war leider kein Dialekt mehr übrig. Da ging Gott fort und war sehr traurig.
Schließlich sagte er: „Etz dou di hald ned oh, nou reddst hald wäi iiech!”

Dienstag, 21. Dezember 2010

Koscherer Wein!

In Bochum gibt es seit etwa zwei Jahren wieder eine Synagoge. Zu bestimmten Festen wird von den Gemeindemitgliedern mit viel Erfolg ein „Tag der offenen Tür“ gefeiert mit Führungen durch das schöne Gebäude und einer reichhaltigen Auswahl an „koscheren Speisen“.
Ich habe in meinen Blog vom 06.09.09 darüber berichtet.

Jetzt, beim Aussortieren einiger Post Entwürfe stolperte ich über einen Post, den ich vor langer Zeit halbfertig schrieb.
Dazu inspirierte mich ein Artikel, den ich in der „Schneckenpost“ -so hieß früher das Slow Food Magazin- aus dem Jahre 1997, zu dem Thema „Koscherer Wein“.


Da es ja auch viele Weinspezialisten in der Bloggerszene gibt, habe ich mich mit dem Autor des Artikels, Herrn Prof. Dr. H. Laberenz in Hamburg in Verbindung gesetzt um mich zu vergewissern, dass ich den Bericht veröffentlichen kann. Und ich kann. Dafür bedanke ich mich sehr herzlich bei ihm.

Nachstehend der von ihm am 23.09.09 überarbeitete und autorisierte Bericht, bei dessen Lesen ich viel Vergnügen, aber auch jede Menge neue Erkenntnisse wünsche.

Koscherer Wein
von Prof. Dr. Helmut Laberenz

Zwei schöne mundgeblasene Weingläser aus Israel, jedes Stück einzigartig, aus hauchdünnem Glas, grün, brau und cognacfarben, schimmernd wie Perlmutt, entdeckt in einem kleinen, unscheinbaren Laden in der Ottenser Hauptstrasse in Hamburg. Dazu eine Flasche „Rabbi Jacob“, abgefüllt in Casablanca. Ein nettes Weihnachtsgeschenk für eine Liebhaberein israelischer Glasarbeiten. Die Gläser sind herrlich anzuschauen, der Wein ist trocken und vollmundig – kein großer Wein, aber ein guter. Nur, was bedeutet der Hinweis „koscher“ auf dem Etikett?
Der Blick in das Deutsche Wörterbuch verrät „koscher (hebr.-jidd.) Adj.: den jüdischen Ernährungsvorschriften entsprechend“. Jüdische Ernährungsvorschriften. Ja richtig, vage Erinnerungen tauchen auf. Gläubige Juden halten bestimmte Vorschriften ein, unkoschere Nahrung nehmen sie nicht zu sich – sie würden ihnen nicht schmecken, ja sogar Ekel erregen. In dem Roman „Der Medicus“ habe ich doch etwas darüber erfahren, wie Tiere geschlachtet werden müssen, damit ihr Fleisch koscher ist. Und wo habe ich nur gelesen, daß Fleisch und Milchprodukte nicht kombiniert werden dürfen? Aber wann ist Wein, dieses himmlische Getränk, koscher? Gibt es vielleicht koschere und unkoschere Traubensorten oder sind besondere Verarbeitungsmethoden im Einsatz?
Eine Nachfrage im Bekanntenkreis erbringt erste Antworten. Wein aus dem gelobten Land sei koscher, egal von welcher Traube. Und es soll dort wunderbare Tröpfchen geben. Aber Marokko ist nicht Israel, wie kann ein Wein aus Casablanca koscher sein oder werden? Die Diskussion geht weiter, der Winzer müsse ein Jude sein, die Weinfässer oder die Weinberge müssen von einem Rabbi gesegnet sein, Vermutungen schwirren durcheinander.
Bestimmte Rahmenbedingungen für den koscheren Wein kristallisieren sich schnell heraus. So werden Trauben bei neuen Weinstöcken erst nach dem vierten Jahr geerntet und in jedem siebten Jahr, dem Sabbatjahr, wird auf die Lese verzichtet, damit die Rebstöcke sich nutritiv und organisch regenerieren können.
Zwei Monate vor der Weinlese darf keine organische Düngung in den Weinbergen mehr stattfinden, und alle Erntegeräte und Gefäße müssen vorher unter der Aufsicht eines Rabbi gründlich gesäubert werden. Jegliche Zufuhr von Enzymen oder Bakterien sind beim Vinifizieren untersagt, die Fermentation darf ausschließlich durch die, auf der Haut der Trauben befindlichen, Hefepilze angeregt werden. Bei der Abfüllung ist zu beachten, daß lediglich Papierfilter verwendet werden, und daß eine Wiederverwendung der Flaschen untersagt ist. Von einhundert abgefüllten Flaschen muß eine zu Gunsten der Armen abgegeben werden, darf also nicht verkauft werden.
Ausgerechnet am 24. Dezember trifft die letzte Ergänzung per e-mail aus Jerusalem ein. Sie beruft sich auf eine Auskunft eines Professors vom „Jewish History Department“ der Bar Ilan Universität, der als profunder Kenner in Weinfragen beschrieben wird. Danach liegt der entscheidende Unterschied zwischen koscherem und unkoscherem Wein in der Religion der weinproduzierenden Menschen. Der koschere Wein wird ausschließlich von Juden hergestellt, und er kann auch nur von diesen verwendet werden. Wenn ein Christ, Atheist oder Moslem eine solche Flasche öffnet, Wein aus dieser Flasche trinkt oder auch nur die geöffnete Flasche berührt, so verliert der Wein seinen Kashrut, er wird unkoscher.

Die Wurzeln dieser Vorschrift liegen in einer Zeit, in der die Religionen sich stark voneinander abgrenzten, Assimilation oder gar Mischehen mit aller Kraft vermieden werden sollten. Selbst das Teilen einer Flasche Wein erschien damals schon zu viel der Annäherung. Traditionelle Juden werden der in der Öffentlichkeit auch heute im Zweifel darauf bestehen, daß sie eine geschlossene und versiegelte Flasche serviert bekommen, die sie selbst öffnen und aus der sie selbst nachschenken. Schade, so werden Juden und Nicht-Juden niemals gemeinsam eine Flasche Wein leeren können.
Doch halt, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg – und wenn es nur ein Schleichweg ist. Wird nämlich koscherer Wein aufgekocht, so verdirbt er zwar – aber er bleibt koscher. Serviert man nun andersgläubigen Menschen einen derartig „abgekochten“ Wein – zum Trinken wohlbemerkt, nicht in einer Soße – dann besteht wohl kaum die Gefahr einer zu intensiven Annäherung oder gar Assimilation. Wer möchte schon einen derartigen Trank in geselliger Runde „genießen“?
Doch Louis Pasteur hilft uns noch weiter. Die Pasteurisierung wird von vielen Juden als gleichwertig zum Aufkochen angesehen, auch wenn der Wein dabei nicht im eigentlichen Sinne gekocht wird. Der behandelte Wein verliert zwar an Aroma, aber er wird nicht gänzlich ungenießbar – und er bleibt koscher, auch wenn Andersgläubige die geöffnete Flasche berühren oder aus ihr trinken. Durch ein spezielles Verfahren (Blitz-Pasteurisierung) gelingt es heutzutage, den Aromaverlust sehr gering zu halten. In den USA werden derartige Weine (Carmel Weine) anscheinend auch in guter Qualität im Handel angeboten, die einen gemeinsamen Genuß über religiöse Grenzen hinweg erlauben. Na dann Prost!

P.S.: Wer demnächst in die Staaten reist, möge mir doch bitte ein Glas dieses Carmel Weines auf mein Wohl leeren – in welcher Gesellschaft auch immer.

Shalom!

Nicht zuletzt hat mich Tobias daran erinnert, mit seinem 15ten Kochevent Israel.

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