Donnerstag, 5. August 2010

Tomaten, Tomatos, Tomatl, Tomatoes, Paradeiser, Pomodori, Pomarola!


Wunderbare Tomaten gibt es im Sommer auf unserem Wochenmarkt. Hier die Andentomate, eine alte Züchtung, die heute wieder kultiviert wird.

Kaum zu glauben, dass diese süßen Früchtchen Alkaloid Solanin enthalten und damit sogar giftig sind.
Allerdings erst bei dem Verzehr ab 10 Kg pro Person am Tag!


Eine Tomate kann schon mal über 500 g auf die Waage bringen, das reicht für eine Kleinfamilie.


Die Andentomaten haben fast gar keine Kerne und überhaupt kein Glibberzeug's. Sie sind also gut für Salate, aber auch für Sughi's geeignet und schmecken vorzüglich.


 Ochsenherzen


Aromatomaten


Salat von der Andentomate


Bruschetta mit Bach Blüten





Aromatomaten aufgepeppt mit Oregano, Knoblauch und Kapern. Abgeguckt bei Nathalie von der Cucina Casalinga.


Schmecken auch mit Bohnensalat und Hähnchenbrust.

Buon Appetito!

Mittwoch, 4. August 2010

Zum Geburtstag bleibt die Küche kalt!


Heute, zum Bloggeburtstag leiste ich mir etwas ganz süßes. Handgemachte Pralinen,
aus der kleinen "Pott Schokoladenmanufaktur" in Dortmund.


Die Entscheidung fällt mir allerdings recht schwer.


Ach was, esse ich sie eben alle auf. Man (frau) gönnt sich ja sonst nichts.


Buon Appetito!

Sonntag, 1. August 2010

Nachgekocht, aber doch ganz anders. Pasta mit Zucchini!


Neulich habe ich bei Nata von  pastasciutta die Zucchini Pasta gesehen. Leider bringen meine eigenen Zucchini in diesem Jahr nur Blüten, aber keine Früchte hervor. So kommt es, dass wir schon reichlich Zucchiniblüten verspeisen konnten, na ja, reichlich heißt zwei oder drei auf einmal. Wobei die dritte immer geteilt werden muss, was sich manchmal schwierig gestaltet. Das ist dann so wie bei Loriot mit seinem Kosakenzipfel.
O.K. der Herr Geschmacksache und ich geraten da immer nur in einen ganz kleinen Streit, meistens verzichte ich dann auf die größere Hälfte, man (frau) ist ja gnädig.

Lachs hatte ich nicht dazu wie Nata, aber ein schönes großen Kalbsschnitzel. Und statt der Avocadocreme hatte ich Zucchinipesto. Ich sagte ja bereits, eigentlich ganz anders.

Zutaten:
  • schöne feste Zucchini
  • 1 Kalbsschnitzel
  • 160 g Pappardelle
  • 2 EL Ricotta
  • 1 TL Senf
  • Knoblauch
  • Basilikum, Lorbeerblätter
  • Salz, Pfeffer
  • Fleischfaden

Das Schnitzel plattierte ich mit meinem eigens von meinem Schwager angefertigten Fleischklopfer.
Solche Verwandtschaft kann man gebrauchen.
Das flache Schnitzel mit Senf einstreichen, salzen und pfeffern. Die Ricotta  mit Basilikum und Knoblauch vermischen und auf das Fleisch streichen.
Mit Fleischfaden verschnüren und in Olivenöl ringsherum anbraten.


Da die Kalbsroulade ein paar Löcher hatte, habe ich sie 15 Min. bei 180° Umluft, in Alufolie eingewickelt weitergegart und ließ sie anschließend noch 10 Min. ruhen. Die köstliche Füllung blieb, trotz diverser Löcher, dank der Folie, erhalten.


Für den Pesto:
  • das Innere der Zucchini
  • Pinienkerne, geröstet
  • feinstes Olivenöl
  • Salz, Pfeffer, Chili
  • Basilikum, Knoblauch

Wärend der kleine Braten vor sich hin schmurgelte machte ich mich an die Zucchini. Waschen und in Streifen schneiden. Nur aussen herum, so, dass immer etwas Grünes dabei war. Nicht nur weil es schöner aussah, sondern die Streifen waren dadurch auch fester.


Von dem Inneren der Zucchini machte ich dann den Pesto.


Die Pasta mit Pesto, gedünsteten Zucchinistreifen und der sanft gegarten  Kalbsroulade anrichten. Durch die Füllung ist das Fleisch schön saftig geblieben.


Am nächsten Tag gab es dann eine kleine Pasta nur mit Zucchinipesto.


Buon Appetito!

Freitag, 30. Juli 2010

Sammelsurium


Eigentlich wollten wir ja mal dorthin fahren, zu meinem eigenen Weinstock. Wir hätten mal nach dem Rechten schauen wollen, gießen, beschnibbeln u.s.w., nachschauen, ob die gemeine Reblaus sich breit gemacht hat. Aber auch um das Deputat abzuholen!!
Dann hat es uns doch wieder ins geliebte Frankenland gezogen. So haben wir noch ein Ziel für's nächste Mal.

Dienstag, 27. Juli 2010

Karlstadt oder Karlsbad?




"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit"

Das ist bekannterweise ein  Zitat von Karl Valentin und für mich das zweitschönste, das er je aussprach.
Noch besser gefällt mir die Sache mit den Semmelnknödeln, dieser köstlichen Dialog mit Liesl Karlstadt


Anlässlich des heutigen 50sten Todestags von Liesl Karlstadt und noch leicht inspiriert von der böhmischen Küche in Karlsbad im Mai, bekam ich Lust auf Knödel, oder heißt es jetzt  Knödeln?
Da ist sie wieder, die Frage aller Fragen, die schon Liesl Karlstadt und Karl Valentin so heiß diskutierten.


Ich weiß genau was Ihr jetzt denkt. Wie kann die nur im Hochsommer Knödel mit Sauce posten.
Erstens hat sich das Wetter abgekühlt, zweitens hatte ich noch Schweinebäckchen im Vorrat, drittens wegen Liesl Karlstadt, die ich sehr verehre und viertens kriegt jeder eh nur einen, Basta!

Für die Knödel braucht man zu allererst altes Brot, das habe ich immer im Haus. Wir essen fast ausschließlich Sauerteigbrot, auch als Weißbrot, da können ruhig ein paar Reste übrig bleiben.
Brotreste vom Sauerteigbrot schimmeln nicht, sie werden einfach nur trocken. Wie heißt es doch gleich: altes Brot ist nicht hart, gar kein Brot, das ist hart!

Wenn sich genug angesammelt hat, gibt es entweder einen Brotsalat  Panzanella, einen Brotauflauf, oder, wie in diesem Fall, Knödel.

Die Zutaten:
  • altbackenes -was für ein Ausdruck- Brot, die Menge von 4 Brötchen  
  • 4 Eier
  • 200 ml Milch
  • 1 Zwiebel
  • Petersilie
  • Butter
  • Muskat, Salz und Pfeffer

Die Milch anwärmen, über das zerkleinerte Brot oder die Brötchen gießen, noch nicht alles, man kann besser noch nach gießen, und die Schüssel abdecken. Etwa 15 Min. ziehen lassen.
Die Zwiebel mit der fein geschnittenen Petersilie in Butter andünsten, abkühlen lassen.
Ist die Mich aufgesogen, schlägt man die Eier dazu und mischt die Zwiebel-Petersilienmischung darunter. Es soll eine lockere Kloßmasse sein, aus der sich Knödel formen lassen. Sind die Knödel zu weich, wie hier in meinem Fall, die Selbigen einfach in Panko oder Paniermehl wälzen.


Vielen Dank für den Dämpftipp. Ich habe ihn in einem Blog gesehen, weiß aber nicht mehr bei wem. Deshalb kann ich ihn nicht verlinken. Vielleicht outet sich ja die/der Ideengeber/in.

In einem Dämpfkorb 2 cm hoch Wasser einfüllen, die Knödel auf die zwei Gitter verteilen -ich hatte Bananenblätter untergelegt, so wusste ich, dass nichts klebt- und 20 Min. bei geschlossenem Deckel dämpfen.


Die Schweinebäckchen hatte ich kürzlich im Überfluss gekauft, die mussten jetzt weg. Ich habe sie mit Wurzelwerk geschmort, ordentlich mit Rotwein angegossen, gut gewürzt, die Sauce schön reduziert bis sie sämig war.
Wie so häufig, war die Sauce zu den Knödeln das Beste.

Buon Appetito!

Samstag, 24. Juli 2010

Pannocchie mit Iberico!


Im Liegestuhl liegend habe ich mir mal wieder einen alten Schmöker reingetan "Kulinaritäten". Es ist der Briefwechsel zweier Journalisten aus der Schweiz, Alice Vollenweider und Hugo Loetscher, über die Kunst und Kultur der Küche.
Das Buch erschien im Jahre 1971.
Sie schreiben über die Zubereitung von Speisen und geben sich gegenseitig Tipps.
Da schreibt Hugo z.B.:
''Das Austauschen von als Rezept formulierten Erfahrungen ist ein lustiges Spiel und hat als solches schon seinen Reiz, ohne dass man sich gleich ans Ausprobieren machen muss. Wobei es immer wieder Tipps gibt, die sich lohnen auszuprobieren.''

Die beiden bezeichnen sich selbst in diesem Buch als Voresserin und Voresser.
Im Grunde ist diese Art der Mitteilungen der Vorläufer des kulinarischen Blog's, wie wir es hier betreiben. Das Blog ist also garnicht so neu, wie man glauben könnte, nur manchmal nicht so lustig.

Warum ich das hier schreibe? Weil ich von einer Seelenverwandten den Tipp bekam -nachdem ich ihr die schönen Pannocchie gezeigt hatte-, unbedingt die wunderbaren iberischen Schweinsbäckchen zu kaufen. Wegen der guten Sauce, die die geriffelten Nudeln so gut aufnehmen können.


Also, schon wieder iberisches Schwein gekauft. Der Fleischlieferant meines Vertrauens hat seit einiger Zeit eine schöne Auswahl des selbigen, besonders von den sogenannten niedrigen Teilen. Dazu gehören auch die Bäckchen, die so schön mit Fett durchzogen sind.



Für 2 Personen hatte ich:

  • 4 Bäckchen
  • 1 Zwiebel, 2 Knoblauchzehen
  • 1 Möhre
  • 1 Stange Staudensellerie
  • 5 Tomaten
  • Salz, Pfeffer
  • einen Zweig Olivenkraut,  das wächst gerade wie verrückt, oder Rosmarin
  • Olivenöl
  • 1 halbes Glas Weißwein
Zwiebeln und Knoblauch in Olivenöl anbraten. Was haben wir eigentlich früher ohne Olivenöl gemacht?
Die Bäckchen würfeln und mitbraten, bis sie rundherum braun sind, wegen der Röststoffe, Ihr wisst schon.




Die Tomaten häuten, kleinschneiden und dazu geben und mitschmurgeln lassen. Falls Säure fehlt, mit Wein angießen. Salzen, pfeffern. Das ist jetzt der Zeitpunkt, das Pastawasser aufzusetzen. Die Pannocchie brauchen 12 Minuten Kochzeit.
Nach einer halben Stunde sind die Bäckchen zart und lecker und können serviert werden.



Buon Appetito!

Mittwoch, 21. Juli 2010

Fischsuppenweiterverwertung!



Wie ich es liebe, leckere Reste im Kühlschrank zu haben.

Ende letzter Woche war ich zwei Tage lang auf Arbeit, und zwar hier und  hier.  Ich habe mir mit jeweils 18 Kindern die Zeit um die Ohren geschlagen. Wir haben gemeinsam gesungen, eine Polonäse durch die Küche gemacht, Wasserbomben an die Tafel geschmissen und, ach ja, geschnippelt, gekocht und gemeinsam gegessen.
War mal was Anderes und hat ungeheuer viel Spaß gemacht.


Nach getaner Arbeit machte ich mich dann zuhause an die Reste der maltesischen Fischsuppe.
Ich habe sie nach Art der provençalischen durch die flotte Lotte geschickt und zwar durch die grobe Scheibe. Ein bisschen Fisch wollte ich noch zwischen den Zähnen spüren.


Eine unglaublich aromatische Suppe war das Resultat. Ob es nun die andere Zubereitung, das Aufwärmen an sich am nächsten Tag -  siehe Wilmhelm Busch - oder meine Erschöpfung nach der Kinderarbeit war, kann ich nicht sagen. Gelohnt hat es sich allemal, das Eine genauso wie das Andere.

Dazu gab es ganz standesgemäß eine Rouille.



Dazu braucht man:

1 ganzes Ei
Knoblauch nach Gusto, ich nahm 2 Zehen
Piment d'espelette nach Gusto, ich mag's pikant
Zitronensaft
neutrales Öl
Salz

Alle Zutaten mit dem Zauberstab aufmixen, bis eine homogene Rouille entsteht.


Ein frischer Schluck dazu und man fühlt sich wie Gott in Frankreich.

Bon appetit!

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