Dienstag, 28. Dezember 2010

Weihnachtsessen Zwanzigzehn!


Gedämpfte Jacobsmuscheln auf Seealgen-Glasnudel-Salat.
Das war nicht vom billigen Jacob.


Da noch soviel vom Seealgen-Glasnudel-Salat übrig war, hier nochmal mit Flusskrebsen.


Frei nach Siebeck und der Kommandantin: Ragout Fin, aber nicht klassisch mit Innereien sondern mit Flusskrebsen und Champignons.
Wir hatten einen Halbveggie zu Gast.

 

Hier der allseitsbekannte alte Hut: Hausgebeizter Lachs mit Senf-Honig-Dill-Dip


Spaghetti alle Vongole und Salicorn.



Loup de mer im Schnee also Loup de neige und aus dem Ofen, mit Kartoffeln


Muskazinenparfait mit gebackener Feige in der Hippe und einer Muskazine.
Achtung, alle nichterwähnten Produkte dienen nur der Dekoration und sind nicht zum Verzehr geeignet!


Zweierlei Mandelkuchen: Einmal mit Vanille und einmal mit dunkler Schokolade, Chili und Kardamom.

Buon Appetito!

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Frohe Weihnachten und ein erfolgreiches neues Jahr!


Und immer einen gesunden Appetit, das wünsche ich Euch!

Die zwei fliegenden Engel sah ich in einem Bochumer Geschäft. Sie sind von einer Künstlerin Namens Susanne Boerner.

Fassen wir es mal zusammen!

Der Großeinkauf ist gemacht. Die ersten Speisen sind schon vorbereitet.

Am 24.12. gibt es einen alten Hut bei uns, das ist so Tradition. Der ist in diesem Jahr genau 30 Jahre alt, also der Hut, nein ich meine natürlich der Lachs, der selbstgebeizte. Also nicht dieser Lachs, den habe ich ja gestern erst gekauft. Nein, die Tradition ist 30 Jahre alt. Und wie das so ist mit Traditionen, nie sollte man sie brechen.  Jedenfalls nicht bei uns.

Hier ist er also:


Der Lachs, er kann jetzt zwei Tage lang schön durchziehen und reifen, dann ist er am Freitag so, wie er sein soll und erfreut uns als Vorspeise.


Der passende Dipp ist auch schon fertig. Ein Senf-Honig-Dill-Dipp, den habe ich erst heute gemacht, wg. des frischen Ei's

Ragout Fin mit Flußkrebsen soll es noch geben. Da hat mir die Kommandantin aus der Patsche geholfen. Sie hatte noch ein paar Pastetchen übrig. Genau genug für mich.

Zwei Verschiedene Mandelkuchen sind bereits gebacken, müssen dann nur noch verschmückt werden.
Ein Exemplar ist mit Vanille und Ingwer und das zweite Exemplar mit Schokolade, Chili und Kardamom.


Das Muskatzinenparfait für's Dessert ist in der Kühltruhe. Es wird begleitet werden von gebackenen Feigen, die in Hippen -eigener Herstellung- serviert werden. da hat sich der Herr Geschmacksache mächtig ins Zeug gelegt, wahrscheinlich weil die Schwiegertochter kommt!


Ein Gemüse alla Caponata ist auch schon fertig.



Jacobsmuscheln, Venusmuscheln, Grönlandgarnelen, Loup de Meer, ja ja ein geangelter von über 2 kg liegen auf Eis.
Dieverse Gemüse, Kräuter und Früchte, z.B. Feigen, Babyananas, Maracujas und und und...es soll ja was fürs Auge sein.

Puuh, war ich gestern fleißig. Heute noch einmal arbeiten und dann erstmal drei Tage Pause, halleluja!

Buon Appetito!

Der Rest folgt.

Dienstag, 21. Dezember 2010

Koscherer Wein!

In Bochum gibt es seit etwa zwei Jahren wieder eine Synagoge. Zu bestimmten Festen wird von den Gemeindemitgliedern mit viel Erfolg ein „Tag der offenen Tür“ gefeiert mit Führungen durch das schöne Gebäude und einer reichhaltigen Auswahl an „koscheren Speisen“.
Ich habe in meinen Blog vom 06.09.09 darüber berichtet.

Jetzt, beim Aussortieren einiger Post Entwürfe stolperte ich über einen Post, den ich vor langer Zeit halbfertig schrieb.
Dazu inspirierte mich ein Artikel, den ich in der „Schneckenpost“ -so hieß früher das Slow Food Magazin- aus dem Jahre 1997, zu dem Thema „Koscherer Wein“.


Da es ja auch viele Weinspezialisten in der Bloggerszene gibt, habe ich mich mit dem Autor des Artikels, Herrn Prof. Dr. H. Laberenz in Hamburg in Verbindung gesetzt um mich zu vergewissern, dass ich den Bericht veröffentlichen kann. Und ich kann. Dafür bedanke ich mich sehr herzlich bei ihm.

Nachstehend der von ihm am 23.09.09 überarbeitete und autorisierte Bericht, bei dessen Lesen ich viel Vergnügen, aber auch jede Menge neue Erkenntnisse wünsche.

Koscherer Wein
von Prof. Dr. Helmut Laberenz

Zwei schöne mundgeblasene Weingläser aus Israel, jedes Stück einzigartig, aus hauchdünnem Glas, grün, brau und cognacfarben, schimmernd wie Perlmutt, entdeckt in einem kleinen, unscheinbaren Laden in der Ottenser Hauptstrasse in Hamburg. Dazu eine Flasche „Rabbi Jacob“, abgefüllt in Casablanca. Ein nettes Weihnachtsgeschenk für eine Liebhaberein israelischer Glasarbeiten. Die Gläser sind herrlich anzuschauen, der Wein ist trocken und vollmundig – kein großer Wein, aber ein guter. Nur, was bedeutet der Hinweis „koscher“ auf dem Etikett?
Der Blick in das Deutsche Wörterbuch verrät „koscher (hebr.-jidd.) Adj.: den jüdischen Ernährungsvorschriften entsprechend“. Jüdische Ernährungsvorschriften. Ja richtig, vage Erinnerungen tauchen auf. Gläubige Juden halten bestimmte Vorschriften ein, unkoschere Nahrung nehmen sie nicht zu sich – sie würden ihnen nicht schmecken, ja sogar Ekel erregen. In dem Roman „Der Medicus“ habe ich doch etwas darüber erfahren, wie Tiere geschlachtet werden müssen, damit ihr Fleisch koscher ist. Und wo habe ich nur gelesen, daß Fleisch und Milchprodukte nicht kombiniert werden dürfen? Aber wann ist Wein, dieses himmlische Getränk, koscher? Gibt es vielleicht koschere und unkoschere Traubensorten oder sind besondere Verarbeitungsmethoden im Einsatz?
Eine Nachfrage im Bekanntenkreis erbringt erste Antworten. Wein aus dem gelobten Land sei koscher, egal von welcher Traube. Und es soll dort wunderbare Tröpfchen geben. Aber Marokko ist nicht Israel, wie kann ein Wein aus Casablanca koscher sein oder werden? Die Diskussion geht weiter, der Winzer müsse ein Jude sein, die Weinfässer oder die Weinberge müssen von einem Rabbi gesegnet sein, Vermutungen schwirren durcheinander.
Bestimmte Rahmenbedingungen für den koscheren Wein kristallisieren sich schnell heraus. So werden Trauben bei neuen Weinstöcken erst nach dem vierten Jahr geerntet und in jedem siebten Jahr, dem Sabbatjahr, wird auf die Lese verzichtet, damit die Rebstöcke sich nutritiv und organisch regenerieren können.
Zwei Monate vor der Weinlese darf keine organische Düngung in den Weinbergen mehr stattfinden, und alle Erntegeräte und Gefäße müssen vorher unter der Aufsicht eines Rabbi gründlich gesäubert werden. Jegliche Zufuhr von Enzymen oder Bakterien sind beim Vinifizieren untersagt, die Fermentation darf ausschließlich durch die, auf der Haut der Trauben befindlichen, Hefepilze angeregt werden. Bei der Abfüllung ist zu beachten, daß lediglich Papierfilter verwendet werden, und daß eine Wiederverwendung der Flaschen untersagt ist. Von einhundert abgefüllten Flaschen muß eine zu Gunsten der Armen abgegeben werden, darf also nicht verkauft werden.
Ausgerechnet am 24. Dezember trifft die letzte Ergänzung per e-mail aus Jerusalem ein. Sie beruft sich auf eine Auskunft eines Professors vom „Jewish History Department“ der Bar Ilan Universität, der als profunder Kenner in Weinfragen beschrieben wird. Danach liegt der entscheidende Unterschied zwischen koscherem und unkoscherem Wein in der Religion der weinproduzierenden Menschen. Der koschere Wein wird ausschließlich von Juden hergestellt, und er kann auch nur von diesen verwendet werden. Wenn ein Christ, Atheist oder Moslem eine solche Flasche öffnet, Wein aus dieser Flasche trinkt oder auch nur die geöffnete Flasche berührt, so verliert der Wein seinen Kashrut, er wird unkoscher.

Die Wurzeln dieser Vorschrift liegen in einer Zeit, in der die Religionen sich stark voneinander abgrenzten, Assimilation oder gar Mischehen mit aller Kraft vermieden werden sollten. Selbst das Teilen einer Flasche Wein erschien damals schon zu viel der Annäherung. Traditionelle Juden werden der in der Öffentlichkeit auch heute im Zweifel darauf bestehen, daß sie eine geschlossene und versiegelte Flasche serviert bekommen, die sie selbst öffnen und aus der sie selbst nachschenken. Schade, so werden Juden und Nicht-Juden niemals gemeinsam eine Flasche Wein leeren können.
Doch halt, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg – und wenn es nur ein Schleichweg ist. Wird nämlich koscherer Wein aufgekocht, so verdirbt er zwar – aber er bleibt koscher. Serviert man nun andersgläubigen Menschen einen derartig „abgekochten“ Wein – zum Trinken wohlbemerkt, nicht in einer Soße – dann besteht wohl kaum die Gefahr einer zu intensiven Annäherung oder gar Assimilation. Wer möchte schon einen derartigen Trank in geselliger Runde „genießen“?
Doch Louis Pasteur hilft uns noch weiter. Die Pasteurisierung wird von vielen Juden als gleichwertig zum Aufkochen angesehen, auch wenn der Wein dabei nicht im eigentlichen Sinne gekocht wird. Der behandelte Wein verliert zwar an Aroma, aber er wird nicht gänzlich ungenießbar – und er bleibt koscher, auch wenn Andersgläubige die geöffnete Flasche berühren oder aus ihr trinken. Durch ein spezielles Verfahren (Blitz-Pasteurisierung) gelingt es heutzutage, den Aromaverlust sehr gering zu halten. In den USA werden derartige Weine (Carmel Weine) anscheinend auch in guter Qualität im Handel angeboten, die einen gemeinsamen Genuß über religiöse Grenzen hinweg erlauben. Na dann Prost!

P.S.: Wer demnächst in die Staaten reist, möge mir doch bitte ein Glas dieses Carmel Weines auf mein Wohl leeren – in welcher Gesellschaft auch immer.

Shalom!

Nicht zuletzt hat mich Tobias daran erinnert, mit seinem 15ten Kochevent Israel.

Sonntag, 19. Dezember 2010

Traurige Nachrichten!

Vor Monaten berichtete ich über Clara's , das portugiesische Lebensmittelgeschäft. Dort kaufte ich seit Jahren port. Chourico, Caldo verde, den besten Bacalhau im Pott, Vinho verde e tinto, Manteiga com Sal, Pate Atum o Sardinha, Broa, Azeitunas, Azeite, Couve prete, Feijao...........
Heute plötzlich war der Laden zu. Einfach geschlossen. Clara ist weg, ohne sich zu verabschieden.
Schade für uns, es war immer ein Highligt mit Clara über gutes Essen und über ihre Heimat Portugal zu reden.

Zum Gedenken gab es zu Mittag bei uns diesen leckeren Bacalhau, Rezept hier.


Und einen leckeren Tinto, der Titel spricht Bände.



Liebe Clara, wir wünschen Dir alles Gute.

Freitag, 17. Dezember 2010

Das Jahr ist um!



Damit meine ich jetzt nicht das Jahr 2010, obwohl, das war doch das Kulturhauptstadtjahr. Dieses Ende  könnte ich schon fast mit einflechten, da spare ich mir weitere Kommentare diesbezüglich.

Nein, das Jahr des Pfälzerweines meine ich, mit dem für uns dazugehörigen schönen, frischen Saumagen, den unsere holde Winzerin uns einmal im Jahr mit dem Riesling mitschickt.
Ist schon eine gute, alte Tradition und immer wieder lecker.

Das embryonale Etwas erstmal in Scheiben geschnitten. Ist das nicht auch ein Slow Food Exemplar?
Den grössten Teil eingefroren für schlechte Zeiten.
Natürlich haben wir auch gleich zugeschlagen. Die Ecken gleich so im Stehen kalt gegessen.

Die nächsten Scheiben angebraten und mit Sauerkraut und Senf verzehrt, wie es sich gehört.

Passend zu dem etwas deftigerem Essen haben wir uns zum Abschluss einen kleinen Klaren gegönnt.
Hat die Winzerin freundlicherweise gleich mitgeliefert.


Und dann haben wir erstmal einen Mittagsschlaf gemacht.

Puh...ich glaube, wir werden alt. Aber Hauptsache gesund.



Hicks...!

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