Mittwoch, 27. April 2011

Kulinarische Notizen aus Sizilien IV

Das Osterfest ist zwar schon ein paar Tage vorbei, aber ich kam nicht eher ins Netz, konnte also nicht bloggen. So ist das hier eben. Wenige Touristen, wenig Technik.


Ecco, hier ist mein sizilianisches Ostermenü:


Seeigel als kleiner Gruß aus der Küche, permesso, aus dem Meer natürlich.


Gefolgt von wildem Spargel mit gebratenen Cannochie. Ein schöner Kontrast. Der herbe Spargel mit den süßlichen Cannochie.


Zickleinschulter mit frischen Artischocken. La Spalla, also die Schulter habe ich beim Metzger in Stücke zerteilen lassen, weil ich keinen Backofen habe. So habe ich das zarte Fleisch in der Pfanne gebraten. Alles zusammen, mit frischen Artischocken, konfierter Cedra, frischem Knoblauch und Rosmarin. Es war nicht viel Geschirr zu spülen.
Die Cedra habe ich in ein leergegessenes Marmeladenglas gepackt. Die Aufkleber habe ich garnicht erst abgelöst.


Das Rezept zum Konfieren findest Du hier.


Das Dessert habe ich natürlich in einer Pasticceria eingenommen. Die berühmte Cassata siciliana, hier in einer kleinen Version als Cassetina mit einem Caffe. Ein himmlisches Vergnügen. 
Auf Sizilien ist die Cassata übrigens kein Gelato, sondern eine Torte.

Buon Appetito!

Dienstag, 19. April 2011

Notizen aus Sizilien III


Heute gibt's mal Kunst. Villa Filangeri in Santa Flavia.


Es muss einem ja nicht alles gefallen.


Es sei denn.......


.........es ist lustig, wie hier in derVilla Catolica in Bagheria.


Oder Grotesk, wie hier in der Villa Catolica in Bagheria. 


Natürlich geht's auch ernst.


Zum Schluss, einen schönen, kleinen Pisolino!



Saluti a voi!

Dienstag, 5. April 2011

Kulinarische Notizen aus Sizilien II

Viel Zeit habe ich nicht zu schreiben, aber Fotos habe ich reichlich. Deshalb mache ich nur einen Fotopost.





Aspra



 Aspra



Aspra


Aspra



Auf meiner Terrasse


Auch hier werden Sterne verteilt

Bbon appititu!

Donnerstag, 31. März 2011

Kulinarische Notizen aus Sizilien I


Ein Tagesausflug nach Alimena, ein zauberhaftes Dorf mitten in Sizilien, im Herzen sozusagen.



Die Fahrt dorthin, von der Autobahn hinauf, eine Kulisse wie im Bilderbuch.



Auf der Piazza angekommen, trifft man immer liebe, alte Bekannte, da kann man sich drauf verlassen.....



...mit denen man erstmal einen Caffe nimmt, natürlich in der Stammbar bei Renzo und seiner Frau.



Ordentlich Käse -Ricotta salata- eingekauft. Ohne diesen läuft da nichts, nicht eine Pasta.



Carciofi, Asparagi und Fave für mindestens drei Tage gekauft. Mamma mia, wer soll das alles essen.



Bei dem Metzger meines Vertrauens -schon seit vielen Jahren, mit dem ich jetzt auch über Facebook befreundet bin, hier gleich im Doppelpack: Rosario & Giuseppe Macaluso- die köstlichen Salsiccia secca -die leckere Fenchelwurst luftgetrocknet- gekauft. 22 Stück, per Facebook vorbestellt, um sicher zu gehen, dass diese Menge auch vorrätig ist. Ganze 6 arme Würstchen habe ich ihnen gelassen, wie man sieht.



Voll neuer Kochideen und neu gewonnener Freunde bin ich zurückgefahren durch die schöne Frühlingslandschaft.



So satt grün hatte ich diese Gegend wohl noch nie gesehen. Ich war allerdings auch noch nicht so früh in der Jahreszeit dort.


Die Aussicht von Alimena ins Tal, einfach traumhaft. Wie mit dem Weichzeichner gemacht.
Eine Gegend zum Verlieben.


Zurück auf meiner Terrasse in Santa Flavia, habe ich mich ausgeruht und über die Eindrücke des Tages nachgedacht.
Alles war schön, so kann es ewig weiter gehen.

Mittwoch, 23. März 2011

Ich bin dann mal weg!



Bevor der neue Job in der Sprachschule beginnt gönne ich mir noch ein paar Tage Ruhe, Sonne Sand und Meer.

Ciao, e saluti!

Montag, 21. März 2011

Kartoffelgratin!


Kürzlich in der ZEIT-ONLINE beschrieb Wolfram Siebeck das perfekte Kartoffelgratin. Da hat doch wohl jeder von uns sein ganz eigenes Rezept und hält gerade seins für das beste.


Herrn Siebeck schätze ich wirklich sehr und das seit vielen Jahren. Aber sorry Herr Siebeck, was haben Fleischbrühe und eine Pilzfüllung in einem perfekten Kartoffelgratin verloren?
Nicht, dass es mir nicht schmecken würde, aber alles zu seiner Zeit. Ein, wie Sie schreiben: "Perfektes Kartoffelgratin" ein echter Klassiker, sollte doch hauptsächlich nach Kartoffeln schmecken.
Gut, in diesem Ihren Rezept haben Sie auf Fleischbrühe verzichtet, weil vegetarische Freunde mitessen sollten. Aber eben nur deshalb.
Ich verzichte sogar auf Sahne und nehme nur Milch. Das ist eben mein ganz persönlicher Geschmack, nicht aber mein perfektes Gratin. Ich finde Sahne macht den Geschmack dumpf, der gleichen Meinung ist übrigens auch Vincent Klink -was mich sehr ehrt-. Milch dagegen ist leicht und frisch und überlässt dem Gratin den schönen kartoffeligen Geschmack. Voraussetzung ist natürlich eine wohlschmeckende Kartoffelsorte. Aber auch das ist persönlicher Geschmack.
Außerdem ist mir das Gratin mit Sahne viel zu fett. Es kommen ja noch Butter und Käse dazu. Und dann esse ich besonders gerne Lammfleisch und Bohnen dazu, da kommt noch einmal Fett ins Spiel.
Die oben erwähnten Pilze, von denen Wolfram Siebeck schreibt könnte ich mir vorstellen, wenn das Gratin als Solitär daher kommt. Vielleicht mit einem grünen Salat. Dann würde ich auch etwas mehr Käse darüberreiben.


Eins ist mir beim Schreiben dieses Posts klar geworden. Das perfekte Kartoffelgratin gibt es garnicht.

Dies ist mein liebstes Rezept für Kartoffelgratin. Es ist vielleicht nicht perfekt, wie das was Herr Siebeck dafür hält, aber für mich ist es das beste, will sagen das leckerste welches ich mir für mich vorstellen kann..



Zutaten:
  • 1/2 kg Kartoffeln  mir schmeckt die gute Linda dazu
  • 1/2 l Milch
  • 30 g Butter
  • Knoblauch
  • 30 g Käse  Gruyère oder ein andere Bergkäse
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Zubereitung:

Die Milch in einer Kasserolle zum Kochen bringen.
Butter, Salz, Pfeffer, Knoblauch und Muskat zufügen und die Kartoffeln hineingeben. 
Behutsam mit dem Holzlöffel rühren und dabei die Kartoffeln vom Boden des Topfes heben.

Etwa 30 Min. sanft köcheln lassen, bis die Milch von den Kartoffeln aufgesogen ist.
den gesamten Inhalt des Topfes in eine gut ausgebutterte Form geben. Mit dem geriebenen Käse bestreuen und für 30 Min. bei 170° im Ofen überbacken.



Und jetzt nur noch zugreifen.
Buon Appetito!

    Dienstag, 15. März 2011

    Senfsprossen auf Salat!




    Hier an dieser Stelle möchte ich mal meinen Senf dazugeben:
    Die genügsame, vielerorts angebaute Senfpflanze zählt zur Familie der Kreuzblütler (Cruziferen).
    Sie ist mit dem Raps verwandt, der im Frühjahr weite Teile unserer Landschaften mit einem gelben Teppich überzieht. Jetzt noch nicht, ist noch zu früh.
    Senf selbst zu machen ist ziemlich einfach, macht richtig Spaß, das könnt Ihr hier nachlesen. 
    Ob mild oder scharf, süß, sauer oder kräuterwürzig, jeder kann seinen eigenen Lieblingssenf kreieren. Allerdings sollte man mit kleinen Mengen beginnen. Senf bleibt zwar lange haltbar, doch verliert er mit der Zeit an Aroma. 

    Bereits die Ägypter, Griechen und Römer kannten den Senf als Würzpulver und nutzten ihn z.B. für das Konservieren von Fleisch. Ein aus dem 4. Jahrhundert stammendes Rezept eines Römers namens Palladius erinnert bereits an die heutige Zusammensetzung: 
    er fügte der gemahlenen Senfsaat Honig, Olivenöl und Essig bei. Auch zu Zeiten Karls des Großen wurde Senf angebaut. Heimisch wurde der Senf etwa im 10. Jahrhundert zuerst in Deutschland und Frankreich, die britische Kochkunst erreichte er im 12. Jahrhundert. Im 13. Jahrhundert kreierten vor allem die Franzosen in der seitdem für ihren Senf bekannten Stadt Dijon neue Senfmixturen. Die Dijoner Spezialität bestand darin, Senf nicht mit Essig, sondern mit dem Saft unreifer Trauben oder mit Most anzusetzen. Daher stammt der Name lat. mustum ardens - brennender Most. Daraus entstanden das französische Wort für Senf "Moutarde", das engl. "Mustard" und schließlich auch unser "Mostrich" bzw. "Mostert". 
    Hauptzutat beim Senf ist die Senfsaat, die aus kleinen, runden Körnern unterschiedlicher Schärfe besteht.
    Wie man sieht, gibt es auch beim Senf schwarze Schafe.




    In seinem Gesundheitsbuch schrieb B.A. Mattioli 1563: "Senff-Senapi in der speise genossen ist gut dem magen, zerteilt die grobe speise und verzerrt die überflüssige Feuchtigkeit darinnen, fördert den harn - da denke ich an den Geniesser- und die frawenzeit, räumt die Brust, macht wohl ausreuspern, ist deshalb gut denen, welche den Atem schwerlich aus- und einziehen -da denke ich an mich-. Senf mit Essig getrunken zertreibt den Stein. In warmen weißen wein genossen, dient er wider das alltägige fieber, quotidiana genannt." 
    Einige dieser Senfweisheiten sind bis heute unwidersprochen geblieben. Die moderne Ernährungswissenschaft hat inzwischen nachgewiesen, dass mit Senf bereitete fette und schwere Speisen verdaulicher werden. Senfkörner enthalten Stoffe, die das Wachstum krankmachender Bakterien im Darm hemmen können.


    Für Senfsprossen für zwei Personen zum Salat nehme ich eine handvoll Senfkörner. Da ich keine Anzuchtschale -heißt das wirklich so?- besitze, nehme ich eine Petrischale dazu. Jetzt heißt es, jeden Tag gießen. Bereits nach einem Tag sind die Körner aufgeplatzt. Nach drei bis vier Tagen sind sie erntereif.



    Auf Blattsalat, hier ist es Endivien, mit einer Vinaigrette, ist das ein feurig, scharfes Vergnügen. Die Sprossen passen gut zu Fisch, -z.B. eine unter Salz versteckte Dorade-, anstelle der üblichen Senfsauce und sind noch dazu viel leichter. 


    Buon Appetito!


    Die so vorgezogenen Sprossen lassen sich gut einpflanzen.

    Hier noch ein paar Tipps, wie man heil und gesund durch den Winter in den Frühling kommt:


    Bronchitis-Senfmehlwickel:

    Dazu rührt man 2 - 3 Esslöffel Senfmehl in 1 l kaltes Wasser und gibt nach 1 Min. heißes
    Wasser hinzu, bis die Temperatur der Lösung 42°C – 45°C beträgt. Ein Wickeltuch
    eintauchen, auswringen und sofort mit Zwischen- und Wolltuch auf die Brust legen. Nach 10
    Min. abnehmen, um die Haut nicht zu schädigen. Die Reste Senfmehl warm abwaschen.
    Senfkörner enthalten 20% - 30 % Fett, also Senföle, die für Schärfe sorgen und heilende
    Inhaltsstoffe besitzen. Bei der industriellen Senfherstellung wird das Senföl zum Teil
    ausgepresst. Es findet in der Pharmaindustrie Verwendung. Weil die gemahlenen Senfkörner
    konservierende Wirkung haben, kann bei der Senfherstellung auf einen entsprechenden
    Zusatzstoff verzichtet werden.

    Senfbad gegen Erkältungen:

    Man schüttet eine große Tasse gelbes Senfmehl in die Badewanne (ca. 80 l). Das Senfmehl
    löst sich im Wasser auf. Das Senfbad wirkt stark durchblutungsfördernd und schweißtreibend
    bei einer Badezeit von 10 Min. Nach dem Bad soll man ruhen. Ein wenig Senfpulver im
    Fußbad sorgt rasch für warme Füße und vermehrte Durchblutung des ganzen Körpers.

    Den ganzen Text kann man hier bei Guido Breuer nachlesen.

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