Freitag, 26. August 2011

Trattoria "Al Girasole" in Altavilla Milicia!


Der schöne Ort Altavilla Milicia in Sizilien liegt, wie der Name schon sagt,  malerisch auf einer Anhöhe, mit  einem traumhaften Blick auf den Golf von Palermo und die Conca d'Oro. Eine wunderschöne Beschreibung über dieses hübsche Bergstädchen findet ihr oben verlinkt.

Diese Fotos aus meinem Sizilienarchiv vielen mir beim Sortieren derselben in die Hände bzw. auf die Platte.
Schon längst wollte ich darüber berichten, aber irgendwas ist immer und so kam ich eben nicht dazu.



Michele Pecorano, Ehemann der Patrona Antonella D'Ugo, wartet auf Gäste, naja, ist ja noch früh!
Ganz unscheinbar an der Durchfahrtsstrasse liegt das Lokal Girasole. Sicher wären wir dort gar nicht eingekehrt, wenn wir nicht einen Tipp von Salvatore bekommen hätten.


Ganz zufällig sind Antonella und ihr Mann Michele mit Margherita D'Ugo und ihrem Mann  Salvatore Coniglio aus Bochum verwandt. Die beiden Mädels sind Schwestern. Der Name Coniglio ist in Bochum seit mehr als 20 Jahren ein Begriff. Die Familie führt dort ein Feinkostgeschäft mit allem, was man aus Italien, -schwerpunktmäßig Sizilien- kennt, schätzt und liebt.


Hier also der, die, das "Girasole", und zwar mit Sonnenblumen sogar an den Wänden. Das Lokal ist der ganze Stolz der Familie.




In der Küche wird reichlich genudelt. Der Koch und Pastamacher Franco Barone hat ein paar Jahre in Deutschland gearbeitet, das hilft den nicht italienisch sprechenden Gästen sehr bei der Bestellung der Speisen. Außerdem ist er einem netten Schwätzchen nicht abgeneigt. Hier erfährt man bei einem Caffe oder einem Vino alle Neuigkeiten der Umgebung.


Franco ist links im Bild

Das Pasta-Ergebniss kann sich sehen lassen. Geschmeckt haben die gefüllten Teigtaschen köstlich. Kein Wunder, wenn man zuschauen darf, was reinkommt. In diesem Fall Artischocken. (fotografieren leider vergessen)


Auf dem Foto in der Mitte ist der Chef des Hauses zu sehen, rechts Salvatore Coniglio und links eine zufriedene Testesserin.
Wir kommen wieder, im nächsten Jahr, versprochen!


Pesce Spada vom Grill

Ach ja, wir haben ja noch mehr gegessen. Ist ja schließlich auch ein Foodblog hier.

Unser Mittags-Menü:
  • Antipasti di Pesce
  • Pasta ripiene di Carciofi
  • Pesce Spada grigliata
  • Crema di Mandorle
  • Caffé, Vino della Casa

Das ganze wurde - wie immer - von diesem wunderbaren gelben Hartweizen-Brot begleitet, welches in Sizilien unverzichtbar ist.
Das Essen war sehr gut -sicuramente- und wir haben soviel geredet, dass ich sogar das Fotografieren vergessen hatte.  


Bbon Appititu!

Montag, 22. August 2011

Mangoldrouladen mit Kartoffelfüllung!


Immer noch Mangold aus Gudrun's Garten.


Einfach mal ein paar Rouladen gemacht mit Kartoffel-Gemüse-Füllung.

Zutaten:
  • Blanchierte Mangoldblätter
  • Kartoffeln, gekocht und gestampft
  • Stiele von Mangold, blanchiert und in kleine Stückchen geschnitten
  • etwas Bergkäse, gerieben
  • Olivenöl
  • Knoblauch
  • Salz & Pfeffer 
  • eine Portion Tomatensauce

Die Füllung in die Rouladen wickeln, diese abtrocknen und anbraten. Das Abtrocknen verhindert das Spritzen beim Anbraten.


Mit einem Salbeiblatt belegen und in den Ofen schieben, für 30 Minuten.


Mit ein paar Käsespänen und der Tomatensauce servieren, hmm.. lecker und leicht.

Buon Appetito!

Montag, 15. August 2011

Mangold!



Vom Acker frisch auf den Tisch. Besser geht's nicht.
Dazu kommt noch, dass Mangold wahnsinnig gesund ist, wie ihr hier nachlesen könnt:
Die Pflanze enthält außerordentlich viel Vitamin K, außerdem Vitamin A und Vitamin E, sowieNatrium, Magnesium, Kalium und Eisen. Die Mangoldwurzel enthält viel Zucker, der in früheren Zeiten durch Auskochen gewonnen wurde. Später löste die Zuckergewinnung aus Zuckerrüben dieses Verfahren ab. Die Mangoldblätter zählen zu den Lebensmitteln, mit sehr hohem Oxalsäuregehalt, was von Nierenkranken  (Oxalatsteine) zu beachten ist. Des Weiteren sollte Mangold wegen des hohen Oxalsäuregehalts nicht roh verzehrt werden (dieser wird beim Kochen reduziert).

Es ist gut, Freunde mit einem schönen Gemüsegarten zu haben. Wenn man dann auch noch die Möglichkeit hat, dort zu ernten, ist das ein wahrer Segen.
Dank des vielen Regens war der Mangold schon vorgewaschen; hat also auch etwas Gutes, dieses Wetter.



Danke, liebe Gudrun, für diese Ausbeute. Da habe ich noch einiges zu tun, bis alles verarbeitet ist.
Heute gab es erstmal den Mangold. Der Rest des Gemüses wird in den nächsten Tagen vertilgt.



Herrliche Farben und Strukturen, wie Adern in unseren Körpern. Das ist ein Wunder der Natur.



Die Zutaten:
  • Mangold nach Gusto
  • ein Stück konfierte Cedro-Zitrone-Schale  -mitgebracht von Sizilien-
  • Knoblauch
  • Zwiebel
  • Chili
  • Salz & Pfeffer
  • Olivenöl
Zubereitung:

Den Mangold waschen, die Stiele in kleine Stückchen schneiden und Blätter und Stielstückchen in Salzwasser blanchieren. In Eiswasser abschrecken. -Das ist wirklich super, seitdem ich einen Kühlschrank mit Eismaker habe. Der Rest der Küche, und das ist der größere Teil, ist allerdings uralt-.
Knoblauch, Zwiebel und Chili in Olivenöl andünsten. Den Mangold etwas ausdrücken und in Streifen, die Cedroschalen in Würfel schneiden. Beides dazu geben und mit Salz & Pfeffer würzen. Nur ein paar Minuten dünsten, ein paarmal wenden. Fertig ist ein köstlicher Antipasto. Er schmeckt kalt oder warm.

Buon Appetito!


Samstag, 6. August 2011

Sizilianische Vesper Teil III



Meinen zweiten Bloggeburtstag habe ich dank Peter dem Geniesser noch so eben mitbekommen.
Aber jetzt geht es erst einmal weiter mit dem dritten Teil der sizilianischen Vesper.

Teil eins war:  Caponata catanese, 

Teil zwei war:  Polipo marinato.
 



Heute dann Teil drei:  Involtini di Melanzane oder auf gut Deutsch: Auberginen-Rouladen.

Dieses Rezept habe ich von Maria B. aus Porticello bekommen. Überhaupt hat Maria mich wärend meines Aufenthaltes in Sizilien wunderbar bekocht. Danke. 


Zutaten:

  • 1 Aubergine
  • 1 Zwiebel, fein gewürfelt 
  • 1 Knoblauchzehe, dto 
  • 50 g Paniermehl, am Besten vom Hartweizenbrot, sonst Panko
  • 50 g Pinienkerne
  • 50 g Sultaninen
  • 100 g geriebene Ricotta salata wenn man hat, sonst Pecorino
  • 1 Mozzarella
  • 1/2 Glas Olivenöl
  • 1 Tomate, gewürfelt
  • wilder Orégano, mitgebracht von Sizilien
  • Salz & Pfeffer

Zubereitung:

Die Aubergine waschen und in Scheiben schneiden. Im Backofen ohne Fett grillen, einmal wenden und abkühlen lassen.    


Für die Füllung zunächst die Zwiebel und den Knoblauch in Olivenöl andünsten. Die restlichen Zutaten peu a peu dazu geben und leicht Farbe nehmen und abkühlen lassen. Dann erst den geriebenen Käse und fein gewürfelten Mozzarella untermischen.



Auf jede Auberginenscheibe einen guten Teelöffel voll von der Füllung geben und einrollen. Die Röllchen in eine feuerfeste Form legen. Vorher das Olivenöl nicht vergessen und den zerrebbelten Oregano.
So fortfahren, bis die Form voll ist.




Falls etwas von der Füllung übrig bleibt, diese über die Auberginen-Rouladen verteilen und in den Backofen schieben. Bei 200° etwa 15 Min. backen lassen.

Die leckeren Auberginen-Rouladen schmecken kalt oder warm.

Eine elegantere Variante wäre: auf einen Holz- oder Kräuterspieß, z. B. vom Rosmarin, drei oder vier kleine Röllchen aufspießen und in der Bratpfanne braten.


Diese Füllung ist eine Allround-Füllung. In Sizilien verwendet man sie auch für: Involtini di Vitello -Kalbfleisch Rouladen- oder Involtini di Pesce Spada -Schwertfisch Rouladen-.
Bei der Fischvariante lässt man den/die Mozzarella weg.

Buon Appetito!

Donnerstag, 4. August 2011

Was ich noch sagen wollte:

Heute ist mein Blog Geburtstag. 2 Jahre Geschmacksache, wer hätte das gedacht.


Danke lieber Geniesser für die Erinnerung.

Da es Heute zu spät ist für einen Post, hole ich das Morgen nach, oder Übermorgen, oder Überübermorgen, oder.....ganz bestimmt!

Donnerstag, 28. Juli 2011

Sizilianische Vesper, Teil II


Heute das Rezept von Polipo marinato.

Vorher, beim Einkauf des Objektes.......


.......und nachher, auf dem Teller!


Polipo marinata. Hmmm!

Um ganz ehrlich zu sein, die Krake/den Polipo auf dem Foto oben habe ich in Sizilien zubereitet. Das ist jetzt ein Archivfoto.
Der untere Teller mit einem wesentlich kleineren Exemplar ist von meiner sizilianischen Vesper, und diese  Krake habe ich selbstverstänlich hier gekauft.

Zutaten:
  • 1 schöner Polipo
  • feinstes Olivenöl
  • Zitrone -mitgebracht aus Sizilien-
  • frischer Knoblauch -mitgebracht aus Sizilien-
  • Meersalz & Pfeffer
  • glatte Petersilie
  • Salatblätter
Zubereitung:

Den Polipo waschen und in kochendes, gut gesalzenes Wasser gleiten lassen. In Sizilien nimmt man Meerwasser, wenn man hat, dann braucht man nicht mehr salzen. Hier ist das Meer leider viel zuweit weg.
Das einzige, was ich noch dazu gegeben habe, sind die Stiele von der Petersilie.
Früher gab ich noch ein paar Flaschenkorken mit hinein, das hatte ich bei dem großartigen Klaus Trebes  gelesen. Wie ich erst jetzt gelesen habe, ist er im Mai d.J. gestorben. 
Jahrelang hatte ich das so mit den Korken praktiziert. Als ich das in Sizilien erzählte, wurde ich ziemlich mitleidig angeschaut.
Man erklärte mir, das es nicht mehr als Wasser/Meerwasser zum Kochen braucht. Je nach Größe des Polipo dauert es 10 - 20 Min.
Wichtig sei nur, dass das Wasser nie sprudelnd kocht, sondern nur siedet.
So habe ich es dann auch ordnungsgemäß gemacht und er ist wunderbar zart geworden und war auch noch saftig. Vielen Dank, liebe Sizilianer, für den Tipp. Sag ich doch, Reisen bildet.
Apropos Reisen, hier könnt Ihr noch mehr lesen über Sizilien.

Nach dem Kochen, permesso Sieden, den Polipo noch warm zerteilen. Das ein oder andere Stückchen darf man gleich vertilgen.
In der Marinade von Olivenöl, Zitronensaft, Salz, Pfeffer, Knoblauch und Petersilie schwenken. Entweder sofort, also lauwarm -mein Favorit- essen oder, wie hier für Gäste, beiseite stellen.

Buon Appetito!

Sonntag, 24. Juli 2011

Sizilianische Vesper, Teil I



Nach viermonatigem Aufenthalt in Sizilien möchte ich Euch ein paar kulinarische Eindrücke mitteilen.
Am Wochenende war die Familie zum Essen da zur "sizilianischen Vesper" und es gab viel zu erzählen.


Mir gefiel die Bezeichnung sizilianische Vesper zu diesem Anlass, obwohl sie geschichtlich gesehen ja ganz anders belegt ist. Das ist aber ein ganz anderes Thema.

Wichtig ist für mich, das Thema der traditionellen Zubereitung der sizilianischen Speisen: der Cucina povera, der armen Küche nicht zu verwechseln mit der Armeleuteküche. Gemeint ist eine reduzierte, bescheidene  Form. Also im Sinne von nicht elaboriert. Also unverfälscht, einfach.
Dazu fällt mir gleich der große Renato Guttuso ein mit seinem wunderbaren Bild der Vucciria, welches man in Palermo im Palazzo Steri im Original anschauen kann.

Dr. Peter Peter schreibt in seinem Buch "Kulturgeschichte der italienischen Küche", dass selbst adelige Kochschulleiterinnen wie Anna Tasca Lanza oder Lorenza de Medici diese Cucina povera sehr schätzen wegen der einfachen, frischen, leichten und vor allem der gesunden Zubereitung.

Immer wieder durfte ich feststellen, wie selbstverständlich es ist, dass junge Hausfrauen in Sizilien sehr darauf achten, dass die Zubereitung der Gerichte authentisch ist. Das ist gelebter  Slow Food. Davon können wir in Deutschland nur träumen.
Meine Kolleginnen dort in den letzten Monaten -junge, berufstätige Frauen-  können allesamt gut kochen und tun dies auch täglich für die Familien. Essen, am besten an langen Tischen mit vielen Personen, ist ein wichtiges Kommunikationsmittel. Ich habe es sehr genossen. Obwohl: ich habe oft gehört, dass auch dort die Fastfood Welle langsam herüberschwappt.

Ich habe viele Rezepte zusammengetragen und sie in meinem Kopf abgespeichert. Nun muss ich sie erst einmal sortieren. Ich schätze mich glücklich, durch meine Arbeit in Sizilien in den letzten Monaten viel dazugelernt zu haben. Besonders Gemüse und Fisch auf ganz einfache Art zuzubereiten, habe ich täglich praktiziert. Nur mit Olivenöl, Zitronen, Meersalz und frischen Kräutern,  Salmoriglio nennt man es dort.




Speisen der Vesper:




Hier also die Caponata. Ich hatte mich für die Vesper für die Variante "Catanese" entschieden. Schön bunt und gemüsig. Die Caponata palermitana kommt mit weniger Zutaten aus: nur Auberginen, Zwiebeln, Rosinen, Pinienkerne, Oliven. Natürlich auch Salz, Pfeffer, Essig und Honig. Die eine schmeckt mir nicht besser als die andere, eben nur anders. Und weil die Involtini di Melanzane, die ich zur Vesper hatte, schon sehr Auberginenlastig waren, entschied ich mich für die Variante "Catanese".

Meine Maestra, meine Kollegin in Bagheria, hätte das nicht geduldet. Man war dort in der Region Palermo, also kocht man auch palermitanisch. Liebe Loredana, scusi!




Caponata alla catanese, Zutaten:
  •  Auberginen, ich hatte das Glück, die dicken runden zu bekommen
  •  rote und gelbe Paprikaschoten, diesmal habe ich sie vorher gegrillt und gehäutet
  •  Zucchini, gelb und grün
  •  große weiße Zwiebeln
  •  Staudensellerie
  •  Fenchelknolle
  •  Tomaten
  •  grüne Oliven
  •  Kapern, in Salz eingelegt
  •  Meersalz, Pfeffer a. d. Mühle
  •  Olivenöl
  •  Knoblauch
  •  Weinessig
  •  Honig 

Mengenangaben schreibe ich nicht dazu, man nimmt eben von jedem das, was da ist. Eine sizilianische Mamma hat das im Gefühl und ich arbeite noch an meinem!

Zubereitung:
Die Zwiebel in feine Streifen schneiden und in Olivenöl andünsten.
Staudensellerie, Fenchel und Paprikaschoten in Stücke schneiden.
Die Oliven entkernen, vierteln und mit den Kapern und dem Gemüse zu den Zwiebeln geben.
Die Auberginenwürfel brate ich separat mit wenig Öl in der Pfanne an und schwenke sie, damit sie gleichmäßig braun werden. Kurz vor Schluss fein gewürfelten Knoblauch dazu geben und diesen ebenfalls leicht anschmurgeln lassen.
Erst jetzt alles vermischen, nun auch die gewürfelten Tomaten dazu geben.
Mit Salz, Pfeffer, Essig und Honig abschmecken, noch einmal aufkochen lassen.
Schmeckt kalt oder warm. Ich liebe diese deutlich süß-saure Note, eben agrodolce.


Meistens wird es zuviel, dadurch, dass man so viele verschiedene Zutaten verwendet. Das macht gar nichts, einfach noch heiß in Schraubgläser abfüllen. Der nächste Hunger kommt bestimmt.


In questo senso, buon appetito!

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