Freitag, 21. Mai 2010

Das große (Flusskrebs)Essen!



Rechtzeitig zur Spargelsaison gibt es auch wieder frische Flusskrebse. Lebendware nennt mein Fischhändler sie.


An zwei Dinge muss ich immer denken, wenn ich Flusskrebse esse. Das hört sich jetzt an, als würde ich das öfter tun, also Flusskrebse essen meine ich. Aber, weit gefehlt, aber denken tue ich schon öfter.

Also, als Erstes denke ich an Wilhelm Busch mit Max und Moritz und ihrem fünften Streich.
Ja ja, ich weiß, dass es Käfer waren in Onkel Fritzens Bett, aber verdammt große.
Für mich sahen sie als Kind aus, als wären es Krebse. Zumal ein Krebs, pardon ein Käfer dem Onkel Fritze in die Nase kniff.


In meiner Kindheit gab es ja noch Krebse in Flüssen und Bächen. Nicht, dass wir sie je gegessen hätten, nein, das war ja irgendwie nur für ganz arme Leute. Wir waren nur mittelarm und konnten auf dieses Ungeziefer -Wortlaut meiner Mutter- verzichten.

Das Zweite, an das ich mich stets erinnere, ist der Film "Eine Komödie im Mai" von Louis Malle. Die schönste Stelle in dem Film war für mich, als Michel Piccoli Flusskrebse fing. Dazu stieg er komplett ins Wasser. Der Oberkörper war frei, ein Strohhut auf dem Kopf, die Hose hatte er noch an.
Als er wieder auftauchte, hielt er die Arme in die Höhe, an seinen Händen und Fingern hatten sich viele Krebse festgebissen. Jetzt wurde einem auch klar, warum er die Hose anbehalten hatte.
Ja, das ist auch eine Methode, Krebse zu fangen.


Ich habe die Flusskrebse ganz unromantisch bei meinem Fischhändler gekauft, und zwar den gemeinen Galizier -Astacus leptodactylus, türk. Kerevit-, er wird in Europa derzeit am häufigsten angeboten und kommt meistens aus der Türkei und aus Armenien.

Zutaten für 4 Personen

2 kg Krebse, das waren bei mir 34 Stück
Wurzelgemüse, Knoblauch, Ingwer, Chili
Petersilie, Lorbeerblätter 
Weißwein
Olivenöl
Meersalz, Pfeffer


Für den Dipp

1 Ei
Senf
neutrales Öl
Zitrone,Knoblauch, Chili
Joghurt
1 Tomate

Zubereitung

Aus dem Gemüse mit Wasser und Wein kochte ich eine Brühe.

Aus den anderen Zutaten, Ei ect. schlug ich eine Mayonnaise auf.

Die Krebse warf ich peu a peu in die kochende Brühe für jeweils 3 Min..


Nach dem Abkühlen brach ich, mit Hilfe des Herrn Geschmacksache, die Krebsschwänze aus dem Panzer und bedeckte sie mit etwas Kochbrühe. Das ein oder andere Schwänzchen wanderte bei der Gelegenheit in unseren Mund. Das erklärt jetzt auch die vorher zubereitete Mayonnaise.

Aus den Krebsschalen bereitete ich einen Fond. Dazu hatte ich die Schalen in ÖL scharf angebraten und mit Wein und dem Krebsbkochwasser aufgegossen. Ein gutes Stündchen habe ich es köcheln lassen und dann zuerst abpassiert und dann einreduziert.

Zur Vollendung des Ganzen habe ich Spaghetti nur 3 Min. vorgekocht. Dann zur Fertigstellung weitere 3 Min. in dem reduzierten Krebsfond fertig gegart. Zum Schluss die Krebsschwänze dazu gegeben- nur zum Erwärmen- und mit einer Krebsnase serviert.


Also, wie immer nach getaner Arbeit: der Fond war das Beste.

Buon Appetito!

Kommentare:

  1. super lecker, leider gibt's die ja nur noch gezüchtet.......

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    1. Wie kommst du darauf? Die Flüsse und Seen sind voll mit Flußkrebsen. Zwar oftmals nicht mehr der Europäische Edelkrebs, aber viele andere Arten. Die teils sogar noch besser schmecken.

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  2. Den Fond würde ich jetzt gerne mal probieren. Kann mir vorstellen, dass der seeeehr gut geworden ist. Als ich ein Kind war, kamen Flusskrebse nur in Lindgren-Büchern vor. Sie galten als ausgestorben. Mittlerweile gibt es in vielen Regionen Europas wieder welche. Leider habe ich schon lange keine mehr bekommen.

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  3. @ Bolli und Nata, ja leider gibt es z.Z. nur Zuchtkrebse. Dabei habe ich auch gehört, es soll bald wieder Wildfang geben. Ich muss mal genau recherchieren.

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  4. Der europäische Flusskrebs ist geschützt, fast das ganze Jahr. Es kommt auch drauf an, ob es ein Männchenoder ein Weibchen ist. Was bei uns (Oberfranken) überhand nimmt, ist der amerikanische Flusskrebs, der irgendwann einmal eingeschleppt wurde. Er hat schmalere Scheren, ansonsten ist er unserem deutschen Flusskrebs sehr ähnlich. Dieser darf das ganze Jahr über gefangen werden. Es reicht eine Senke mit etwas Lberwurst oder Gelbwurst auf den Flussboden abzulassen. !0 Minuten später ist die Senke voll mit Fusskrebsen. Sie werden bei uns rigoros herausgefangen, weil sie die Forellenbrut zerstören.

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