Sonntagmorgen am Frühstückstisch.
Das Eierkochen ist seit jeher Sache des Hausherrn, Männer sind technisch einfach viel besser,
hat das was mit Technik zu tun? Egal.
Nun aber, an einem verregneten Sonntag im August, läutete das Telefon.
Vor dem Frühstück schon quatschen, nicht mit mir, so dachte ich und verweigerte die Annahme des Gesprächs. Da musste der Hausherr ran, war auch eh für ihn. Ich war aus dem Schneider -
wo kommt diese Redewendung eigentlich her?-.
Derweil beschäftigte ich mich am Frühstückstisch, was natürlich auch das Eierkochen betraf.
Das hätte ich besser nicht getan. In meiner unbeschwerten Art piekste ich die Eier an, stellte sie in den Eierkocher, Wasser drauf, Deckel zu, Stecker rein und fertig.
Denkste, das Telefonat war beendet. Der Hausherr machte es kurz, ahnte wohl schon Schreckliches, ging in die Küche, da piepste der Kocher auch schon. Was soll ich Euch sagen, der Hausherr hat mich dabei erwischt, dass ich die Eier mit der angepieksten Stelle nach unten in den Kocher gestellt hatte. Ich mach das seit fuffzig Jahren so und plötzlich musste ich mir während des Frühstücks eine kleine Eierkochlektion anhören.
Wenn ich ehrlich bin, habe ich garnicht richtig verstanden, was er meint und was ich falsch gemacht haben könnte. Ich glaube irgendwas mit Physik, also: Quarks & Co. am Sonntagmorgen.
Ich koche die Eier immer nach Gefühl, wie in einem Sketch von
Loriot, und bis neulich fand ich mein Gefühl auch noch ganz intakt, aber jetzt zweifle ich daran.
Dass ich nur das kleine Küchenlatinum habe, daraus habe ich niemals einen Hehl gemacht, das kann man mir nicht vorwerfen.
Ab jetzt gibt es von mir nur noch Rührei,
vielleicht mit knusprigen Bratkartoffeln?
Oder Omlett, vielleicht mit Pfifferlingen?
Oder Spiegelei, vielleicht mit Krabben?
Aber eins gibt es nie wieder von mir, das klassische Frühstücksei. Basta!