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Dienstag, 15. Mai 2012

Kulinarische Notizen aus Sizilien III, Gebackene Zwiebeln!


Die ersten frischen Zwiebeln, Cipolle, sind wunderbar süß und mild. So gebacken habe ich sie in Porticello bei meinem Fruttivendolo des Vertrauens gekauft. Kurz vor dem Mittagessen bekommt man sie fix und fertig. Als ich sie um 12 Uhr kaufte waren sie noch warm. Welch ein Genuss!


Einfach nur Zwiebeln, wie der Sizilianer sagt "senza niente", also mit nichts. Kein Salz, kein Öl, kein Essig.
Das kommt erst hinterher dazu, wenn man mag.



So liegen die Cipolle dort beim Gemüsehändler, neben gebackenen Paprikaschoten, die ich auch gleich mitgenommen habe. Leider habe ich hier keinen Backofen, sonst hätte ich das mit den Zwiebeln gleich mal selbst ausprobiert.



So sieht die leere Zwiebelschale aus. Den Rest des Zwiebel Karamells habe ich mit Brot aufgestippt, lecker.



Die Paprikaschoten häute ich normalerweise. Hier waren sie aber so gut durchgebacken, dass sich die Haut nicht mehr lösen ließ. Sie schmeckten trotzdem vorzüglich.


Den Spinat habe selbst dazu bereitet, ist ja hier ein Kochblog und kein Kaufblog.


Bei so einem Fruttivendolo ambulante kann man die herrlichsten Gemüse kaufen und immer alles frisch. Ob die sizilianische Hausfrau das wohl noch zu schätzen weiß? Ist ja schließlich schon Gewohnheit für sie.
Ich jedenfalls weiß, was ich daran habe und genieße es sehr.

Buon Appetito!

Dienstag, 20. März 2012

Es grünt so grün, Testessen für Gründonnerstag!


Bärlauch-Kartoffelstampf pur.

Der erste junge Bärlauch im Jahr aus dem Garten meiner Schwester war wieder ein Erlebnis.
Vor Jahren schon hat sie ihn ausgesät und seitdem wächst und gedeiht er jedes Frühjahr prächtig.



Mit dieser Ausbeute haben wir schon mal testgegessen, wie wir den Bärlauch am Gründonnerstag haben wollen. Eines ist sicher, irgendetwas mit Kartoffeln soll es schon sein. Und Fleisch kann, muss aber nicht.

Zutaten:
  • Bärlauch 
  • Basilikum
  • Olivenöl
  • Salz & Pfeffer
  • Chili
  • Kartoffeln
  • Muskatnuss


Die Zubereitung ist  schnell erledigt. Den gewaschenen Bärlauch in der Salatschleuder trocknen und im Mixer mit Basilikum, Olivenöl, Chili, Salz, Pfeffer und Zitronensaft kurz aufmixen.
Etwas vom Bärlauchpürée habe ich auf einem kleinen Sieb abtropfen lassen, so hatte ich ein paar Tropfen Bärlauchöl. Erstaunlicherweise hielt sich die Farbe gut. Auch nach einer Stunde waren sowohl der Pesto als auch das Öl noch knallgrün.



Die Kartoffeln wie gewohnt nach dem Kochen stampfen und mit dem Bärlauch vermischen.
Evtl. noch etwas Kartoffel-Kochwasser und oder Olivenöl dazu geben, bis die Konsistens stimmt.
Eine andere Variante ist die mit Butter, die könnt ihr hier nachlesen.

Das ist der Veggie-Teller:


Oder so, mit Kaninchenleber:


Es passt natürlich auch Fisch dazu, aber den gibt es ja schon am Karfreitag.
Mal schauen, für welche Variante ich mich entscheide.
Und, falls Reste übrig bleiben, gibt es am nächsten Tag eine Tortilla.

Buon Appetito!

Montag, 15. August 2011

Mangold!



Vom Acker frisch auf den Tisch. Besser geht's nicht.
Dazu kommt noch, dass Mangold wahnsinnig gesund ist, wie ihr hier nachlesen könnt:
Die Pflanze enthält außerordentlich viel Vitamin K, außerdem Vitamin A und Vitamin E, sowieNatrium, Magnesium, Kalium und Eisen. Die Mangoldwurzel enthält viel Zucker, der in früheren Zeiten durch Auskochen gewonnen wurde. Später löste die Zuckergewinnung aus Zuckerrüben dieses Verfahren ab. Die Mangoldblätter zählen zu den Lebensmitteln, mit sehr hohem Oxalsäuregehalt, was von Nierenkranken  (Oxalatsteine) zu beachten ist. Des Weiteren sollte Mangold wegen des hohen Oxalsäuregehalts nicht roh verzehrt werden (dieser wird beim Kochen reduziert).

Es ist gut, Freunde mit einem schönen Gemüsegarten zu haben. Wenn man dann auch noch die Möglichkeit hat, dort zu ernten, ist das ein wahrer Segen.
Dank des vielen Regens war der Mangold schon vorgewaschen; hat also auch etwas Gutes, dieses Wetter.



Danke, liebe Gudrun, für diese Ausbeute. Da habe ich noch einiges zu tun, bis alles verarbeitet ist.
Heute gab es erstmal den Mangold. Der Rest des Gemüses wird in den nächsten Tagen vertilgt.



Herrliche Farben und Strukturen, wie Adern in unseren Körpern. Das ist ein Wunder der Natur.



Die Zutaten:
  • Mangold nach Gusto
  • ein Stück konfierte Cedro-Zitrone-Schale  -mitgebracht von Sizilien-
  • Knoblauch
  • Zwiebel
  • Chili
  • Salz & Pfeffer
  • Olivenöl
Zubereitung:

Den Mangold waschen, die Stiele in kleine Stückchen schneiden und Blätter und Stielstückchen in Salzwasser blanchieren. In Eiswasser abschrecken. -Das ist wirklich super, seitdem ich einen Kühlschrank mit Eismaker habe. Der Rest der Küche, und das ist der größere Teil, ist allerdings uralt-.
Knoblauch, Zwiebel und Chili in Olivenöl andünsten. Den Mangold etwas ausdrücken und in Streifen, die Cedroschalen in Würfel schneiden. Beides dazu geben und mit Salz & Pfeffer würzen. Nur ein paar Minuten dünsten, ein paarmal wenden. Fertig ist ein köstlicher Antipasto. Er schmeckt kalt oder warm.

Buon Appetito!


Samstag, 6. August 2011

Sizilianische Vesper Teil III



Meinen zweiten Bloggeburtstag habe ich dank Peter dem Geniesser noch so eben mitbekommen.
Aber jetzt geht es erst einmal weiter mit dem dritten Teil der sizilianischen Vesper.

Teil eins war:  Caponata catanese

Teil zwei war:  Polipo marinato.
 



Heute dann Teil drei:  Involtini di Melanzane oder auf gut Deutsch: Auberginen-Rouladen.

Dieses Rezept habe ich von Maria B. aus Porticello bekommen. Überhaupt hat Maria mich wärend meines Aufenthaltes in Sizilien wunderbar bekocht. Danke. 


Zutaten:

  • 1 Aubergine
  • 1 Zwiebel, fein gewürfelt 
  • 1 Knoblauchzehe, dto 
  • 50 g Paniermehl, am Besten vom Hartweizenbrot, sonst Panko
  • 50 g Pinienkerne
  • 50 g Sultaninen
  • 100 g geriebene Ricotta salata wenn man hat, sonst Pecorino
  • 1 Mozzarella
  • 1/2 Glas Olivenöl
  • 1 Tomate, gewürfelt
  • wilder Orégano, mitgebracht von Sizilien
  • Salz & Pfeffer

Zubereitung:

Die Aubergine waschen und in Scheiben schneiden. Im Backofen ohne Fett grillen, einmal wenden und abkühlen lassen.    


Für die Füllung zunächst die Zwiebel und den Knoblauch in Olivenöl andünsten. Die restlichen Zutaten peu a peu dazu geben und leicht Farbe nehmen und abkühlen lassen. Dann erst den geriebenen Käse und fein gewürfelten Mozzarella untermischen.



Auf jede Auberginenscheibe einen guten Teelöffel voll von der Füllung geben und einrollen. Die Röllchen in eine feuerfeste Form legen. Vorher das Olivenöl nicht vergessen und den zerrebbelten Oregano.
So fortfahren, bis die Form voll ist.




Falls etwas von der Füllung übrig bleibt, diese über die Auberginen-Rouladen verteilen und in den Backofen schieben. Bei 200° etwa 15 Min. backen lassen.

Die leckeren Auberginen-Rouladen schmecken kalt oder warm.

Eine elegantere Variante wäre: auf einen Holz- oder Kräuterspieß, z. B. vom Rosmarin, drei oder vier kleine Röllchen aufspießen und in der Bratpfanne braten.


Diese Füllung ist eine Allround-Füllung. In Sizilien verwendet man sie auch für: Involtini di Vitello -Kalbfleisch Rouladen- oder Involtini di Pesce Spada -Schwertfisch Rouladen-.
Bei der Fischvariante lässt man den/die Mozzarella weg.

Buon Appetito!

Donnerstag, 28. Juli 2011

Sizilianische Vesper, Teil II


Heute das Rezept von Polipo marinato.

Vorher, beim Einkauf des Objektes.......


.......und nachher, auf dem Teller!


Polipo marinata. Hmmm!

Um ganz ehrlich zu sein, die Krake/den Polipo auf dem Foto oben habe ich in Sizilien zubereitet. Das ist jetzt ein Archivfoto.
Der untere Teller mit einem wesentlich kleineren Exemplar ist von meiner sizilianischen Vesper, und diese  Krake habe ich selbstverstänlich hier gekauft.

Zutaten:
  • 1 schöner Polipo
  • feinstes Olivenöl
  • Zitrone -mitgebracht aus Sizilien-
  • frischer Knoblauch -mitgebracht aus Sizilien-
  • Meersalz & Pfeffer
  • glatte Petersilie
  • Salatblätter
Zubereitung:

Den Polipo waschen und in kochendes, gut gesalzenes Wasser gleiten lassen. In Sizilien nimmt man Meerwasser, wenn man hat, dann braucht man nicht mehr salzen. Hier ist das Meer leider viel zuweit weg.
Das einzige, was ich noch dazu gegeben habe, sind die Stiele von der Petersilie.
Früher gab ich noch ein paar Flaschenkorken mit hinein, das hatte ich bei dem großartigen Klaus Trebes  gelesen. Wie ich erst jetzt gelesen habe, ist er im Mai d.J. gestorben. 
Jahrelang hatte ich das so mit den Korken praktiziert. Als ich das in Sizilien erzählte, wurde ich ziemlich mitleidig angeschaut.
Man erklärte mir, das es nicht mehr als Wasser/Meerwasser zum Kochen braucht. Je nach Größe des Polipo dauert es 10 - 20 Min.
Wichtig sei nur, dass das Wasser nie sprudelnd kocht, sondern nur siedet.
So habe ich es dann auch ordnungsgemäß gemacht und er ist wunderbar zart geworden und war auch noch saftig. Vielen Dank, liebe Sizilianer, für den Tipp. Sag ich doch, Reisen bildet.
Apropos Reisen, hier könnt Ihr noch mehr lesen über Sizilien.

Nach dem Kochen, permesso Sieden, den Polipo noch warm zerteilen. Das ein oder andere Stückchen darf man gleich vertilgen.
In der Marinade von Olivenöl, Zitronensaft, Salz, Pfeffer, Knoblauch und Petersilie schwenken. Entweder sofort, also lauwarm -mein Favorit- essen oder, wie hier für Gäste, beiseite stellen.

Buon Appetito!

Sonntag, 24. Juli 2011

Sizilianische Vesper, Teil I



Nach viermonatigem Aufenthalt in Sizilien möchte ich Euch ein paar kulinarische Eindrücke mitteilen.
Am Wochenende war die Familie zum Essen da zur "sizilianischen Vesper" und es gab viel zu erzählen.


Mir gefiel die Bezeichnung sizilianische Vesper zu diesem Anlass, obwohl sie geschichtlich gesehen ja ganz anders belegt ist. Das ist aber ein ganz anderes Thema.

Wichtig ist für mich, das Thema der traditionellen Zubereitung der sizilianischen Speisen: der Cucina povera, der armen Küche nicht zu verwechseln mit der Armeleuteküche. Gemeint ist eine reduzierte, bescheidene  Form. Also im Sinne von nicht elaboriert. Also unverfälscht, einfach.
Dazu fällt mir gleich der große Renato Guttuso ein mit seinem wunderbaren Bild der Vucciria, welches man in Palermo im Palazzo Steri im Original anschauen kann.

Dr. Peter Peter schreibt in seinem Buch "Kulturgeschichte der italienischen Küche", dass selbst adelige Kochschulleiterinnen wie Anna Tasca Lanza oder Lorenza de Medici diese Cucina povera sehr schätzen wegen der einfachen, frischen, leichten und vor allem der gesunden Zubereitung.

Immer wieder durfte ich feststellen, wie selbstverständlich es ist, dass junge Hausfrauen in Sizilien sehr darauf achten, dass die Zubereitung der Gerichte authentisch ist. Das ist gelebter  Slow Food. Davon können wir in Deutschland nur träumen.
Meine Kolleginnen dort in den letzten Monaten -junge, berufstätige Frauen-  können allesamt gut kochen und tun dies auch täglich für die Familien. Essen, am besten an langen Tischen mit vielen Personen, ist ein wichtiges Kommunikationsmittel. Ich habe es sehr genossen. Obwohl: ich habe oft gehört, dass auch dort die Fastfood Welle langsam herüberschwappt.

Ich habe viele Rezepte zusammengetragen und sie in meinem Kopf abgespeichert. Nun muss ich sie erst einmal sortieren. Ich schätze mich glücklich, durch meine Arbeit in Sizilien in den letzten Monaten viel dazugelernt zu haben. Besonders Gemüse und Fisch auf ganz einfache Art zuzubereiten, habe ich täglich praktiziert. Nur mit Olivenöl, Zitronen, Meersalz und frischen Kräutern,  Salmoriglio nennt man es dort.




Speisen der Vesper:




Hier also die Caponata. Ich hatte mich für die Vesper für die Variante "Catanese" entschieden. Schön bunt und gemüsig. Die Caponata palermitana kommt mit weniger Zutaten aus: nur Auberginen, Zwiebeln, Rosinen, Pinienkerne, Oliven. Natürlich auch Salz, Pfeffer, Essig und Honig. Die eine schmeckt mir nicht besser als die andere, eben nur anders. Und weil die Involtini di Melanzane, die ich zur Vesper hatte, schon sehr Auberginenlastig waren, entschied ich mich für die Variante "Catanese".

Meine Maestra, meine Kollegin in Bagheria, hätte das nicht geduldet. Man war dort in der Region Palermo, also kocht man auch palermitanisch. Liebe Loredana, scusi!




Caponata alla catanese, Zutaten:
  •  Auberginen, ich hatte das Glück, die dicken runden zu bekommen
  •  rote und gelbe Paprikaschoten, diesmal habe ich sie vorher gegrillt und gehäutet
  •  Zucchini, gelb und grün
  •  große weiße Zwiebeln
  •  Staudensellerie
  •  Fenchelknolle
  •  Tomaten
  •  grüne Oliven
  •  Kapern, in Salz eingelegt
  •  Meersalz, Pfeffer a. d. Mühle
  •  Olivenöl
  •  Knoblauch
  •  Weinessig
  •  Honig 

Mengenangaben schreibe ich nicht dazu, man nimmt eben von jedem das, was da ist. Eine sizilianische Mamma hat das im Gefühl und ich arbeite noch an meinem!

Zubereitung:
Die Zwiebel in feine Streifen schneiden und in Olivenöl andünsten.
Staudensellerie, Fenchel und Paprikaschoten in Stücke schneiden.
Die Oliven entkernen, vierteln und mit den Kapern und dem Gemüse zu den Zwiebeln geben.
Die Auberginenwürfel brate ich separat mit wenig Öl in der Pfanne an und schwenke sie, damit sie gleichmäßig braun werden. Kurz vor Schluss fein gewürfelten Knoblauch dazu geben und diesen ebenfalls leicht anschmurgeln lassen.
Erst jetzt alles vermischen, nun auch die gewürfelten Tomaten dazu geben.
Mit Salz, Pfeffer, Essig und Honig abschmecken, noch einmal aufkochen lassen.
Schmeckt kalt oder warm. Ich liebe diese deutlich süß-saure Note, eben agrodolce.


Meistens wird es zuviel, dadurch, dass man so viele verschiedene Zutaten verwendet. Das macht gar nichts, einfach noch heiß in Schraubgläser abfüllen. Der nächste Hunger kommt bestimmt.


In questo senso, buon appetito!

Donnerstag, 5. August 2010

Tomaten, Tomatos, Tomatl, Tomatoes, Paradeiser, Pomodori, Pomarola!


Wunderbare Tomaten gibt es im Sommer auf unserem Wochenmarkt. Hier die Andentomate, eine alte Züchtung, die heute wieder kultiviert wird.

Kaum zu glauben, dass diese süßen Früchtchen Alkaloid Solanin enthalten und damit sogar giftig sind.
Allerdings erst bei dem Verzehr ab 10 Kg pro Person am Tag!


Eine Tomate kann schon mal über 500 g auf die Waage bringen, das reicht für eine Kleinfamilie.


Die Andentomaten haben fast gar keine Kerne und überhaupt kein Glibberzeug's. Sie sind also gut für Salate, aber auch für Sughi's geeignet und schmecken vorzüglich.


 Ochsenherzen


Aromatomaten


Salat von der Andentomate


Bruschetta mit Bach Blüten





Aromatomaten aufgepeppt mit Oregano, Knoblauch und Kapern. Abgeguckt bei Nathalie von der Cucina Casalinga.


Schmecken auch mit Bohnensalat und Hähnchenbrust.

Buon Appetito!

Samstag, 3. Juli 2010

Aus aktuellem Anlass, nein nicht Fußball, davon verstehe ich nichts. Wetter!


Kalte Küche, typisch italienisch. Pecorino, Fave, Salz


 
 Bei 37° im Schatten

    blieb gestern die Küche kalt

 nach den grünen Bohnen braune Bohnen


Espresso freddo


da hat man schnell den Kaffee auf

Salute!

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