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Freitag, 18. Februar 2011

Kochen für den Geniesser!

Eigentlich wollte ich vor der Abreise in meine Wahlheimat Sizilien noch einmal für den Geniesser kochen.
Aber es war und ist noch soviel zu erledigen, man glaubt es kaum:
  • Rente ist beantragt und, Gott seis gepriesen, auch genehmigt worden
  • Krankenkarte besorgt
  • Perso beantragt und abgeholt
  • noch bin ich im Angestelltenverhältnis -was für eine Bezeichnung-, muss also noch an die Schüppe
  • den ein oder anderen Pflichtbesuch machen, sonst gibt's Ärger in der Familie
  • den Kühl-/Gefrierschrank aufräumen und sortieren, der zurückbleibende Familienrest will sich auch zurechtfinden
  • die Wohnung feudeln, man will ja keinen Saustall hinterlassen, wenn plötzlich mal Besuch kommt
  • Listen schreiben, wie bediene ich was, Waschmaschine etc.
  • und, und, und...

Lange hatte ich darüber nachgedacht, was ich denn in anbetracht des Zipperleins des Geniessers zubereiten könnte. Entschieden habe ich mich dann für ein sogenanntes Moderezept aus den Achtzigern.
Zu der Zeit leitete ich einen Frauen-Kochclub in Bochum und es war plötzlich schick, vegetarisch zu kochen. Allerdings war es damals üblich, dass das Gericht oder ein Teil davon, so aussah, als wäre es Fleisch. Das habe ich bis heute nicht verstanden, warum jemand kein Fleisch isst, und es muss trotzdem so aussehen als ob. Verrückte Welt.



Ein Highlight aus dieser Zeit sind Auberginen-Schnitzel mit Tomatensauce. Tatsächlich haben sie etwas von einem Fleisch-Schnitzel und sie werden auch paniert.


Nun, jetzt ist nicht gerade Auberginenzeit, aber ich habe bei meinem Lieblingsitaliener die großen, runden sizilianischen Früchte erstanden, in wahrer Vorfreude auf die Reise.


Genau das habe ich also für Peter, den Geniesser, ausgesucht. Nur ist es jetzt so, dass ich kaum noch Zeit dazu habe und er es entweder alleine kochen bzw. braten oder warten muss, bis ich im Spätsommer zurück bin. Er hat die Wahl, die nimmt ihm keiner ab!


An dieser Stelle musst Du aufpassen, lieber Geniesser. Wie Du siehst, ist mir die Milch angebrannt, hat wohl zu heftig gekocht. Mach Du es besser als ich, falls Du es kochst.


Das Rezept übernehme ich hier komplett aus meinem ersten Kochbuch  "Cucina italiana", welches ich 1998 veröffentlich habe. Ich hab's damals sogar zweisprachig geschrieben, italienisch und deutsch, was mich jetzt, auf dem Sprung nach Sizilien ganz stolz macht.


Hat sich doch gelohnt, etwas zu lernen. Jetzt zahlt es sich aus.
Nun, wo schon einige Blogger ihre Kochbücher vorgestellt haben, will ich mich auch einreihen.


Und so sieht es dann aus, wenn es fertig ist, das Auberginen-Schnitzel.

Buon Appetito!

Sonntag, 19. Dezember 2010

Traurige Nachrichten!

Vor Monaten berichtete ich über Clara's , das portugiesische Lebensmittelgeschäft. Dort kaufte ich seit Jahren port. Chourico, Caldo verde, den besten Bacalhau im Pott, Vinho verde e tinto, Manteiga com Sal, Pate Atum o Sardinha, Broa, Azeitunas, Azeite, Couve prete, Feijao...........
Heute plötzlich war der Laden zu. Einfach geschlossen. Clara ist weg, ohne sich zu verabschieden.
Schade für uns, es war immer ein Highligt mit Clara über gutes Essen und über ihre Heimat Portugal zu reden.

Zum Gedenken gab es zu Mittag bei uns diesen leckeren Bacalhau, Rezept hier.


Und einen leckeren Tinto, der Titel spricht Bände.



Liebe Clara, wir wünschen Dir alles Gute.

Montag, 13. Dezember 2010

Radicchio trevisano, oder im Namen der Rose!

Ist doch ein echt schönes Futtfotto geworden, oder?


Ein äußerst ästhetisches Vergnügen.
Da könnte ich doch zum Flex - Veggie werden.


Außerdem ist er vielseitig in der Verwendung.

Er ist blutreinigend, enthält die Vitamine B1, B2 und C sowie sehr viel Kalium, Calcium und Phosphor. Bitterstoffe sind in den roten Sorten in größerer Menge enthalten als in den grünlichen Sorten. Bitterstoffe regen die Produktion von Gallenflüssigkeit an und können damit am Cholesterinabbau mitwirken. Außerdem sind die Bitterstoffe für den Stoffwechsel anregend.

Der ist so gesund, es müsste ihn glatt auf Rezept geben.


Apropos Rezept:

Einfach nur putzen, den Strunk abschneiden und in der Auflaufform locker einschichten.
Mit Olivenöl, Salz & Pfeffer, Chili und Knoblauch vermengen und im Backofen bei 220° backen.
Wenn es gut aus der Küche duftet, ist er wahrscheinlich fertig.
Heiß oder kalt, als gemüsige Beilage oder als Antipasto mit Parmigiano servieren.


Ich gebe zu, der Radicchio sieht nicht mehr so pittoresk aus wie im Rohzustand. Er schmeckt dafür aber umso besser.



Buon Appetito!

Sonntag, 26. September 2010

Leber mit Trauben!

 
Beim Freitagseinkauf im Bioladen entdeckte ich bei Metzger Gläser in der Auslage feine, dunkelrote Kalbsleber. Mir lief schon das Wasser im Munde zusammen -bin ich doch kein Frühstücksmensch-, so hatte ich um 11.30 h Appetit. Wenn man dann so hungrig vor der wohlgefüllten Kühltheke steht, kann es schon mal passieren, dass zuviel gekauft wird. So gesellte sich zu der zarten Kalbsleber auch noch ein Scheibchen Lammleber. Der gleiche Preis und schwupps in die gleiche Tüte.


Es gab noch -wahrscheinlich die letzten- kleinen Zucchini, die fand ich ganz passend dazu. Fehlte noch Salbei; Kartoffeln waren noch zuhause. Auf dem Weg zur Kasse lachten mich noch pralle Weintrauben an und so war der Speiseplan perfekt.

Zutaten, für zwei Personen:
  • 1 dicke Scheibe Kalbsleber
  • 1 Scheibe Lammleber
  • ein paar kleine Zucchini
  • eine malerische, köstliche Weintraube
  • 1 Zwiebel
  • frischer Salbei
  • Kartoffeln, halbmehlig
  • Milch, Muskat, Knoblauch
  • Butter und Öl zu Braten



Die Weintrauben waren superlecker, hatten aber leider Kerne. Also habe ich sie halbiert und die Kerne herausgelöst. Geschält habe ich die Trauben nicht, ich mag die gegarte Haut sehr gerne.

Das Herzhafte Kartoffelpüree zubereiten.



Die Zucchini waschen, halbieren und in Olivenöl braten.



Die Lebern parieren, mehlieren und in Butter/Olivenöl sanft anbraten. Die Zwiebeln und Salbeiblätter dazu geben und mitbräunen. Die Hitze herunterstellen und die Lebern nachziehen lassen.


Die Trauben in die Pfanne geben, sie brauchen nur erwärmt werden.
Mit einem Stück kalter Butter die Sauce durch Schwenken binden.
Mit Kartoffelpüree und Zucchini servieren.

Zu trinken gab es dazu eine 2009er Riesling Spätlese trocken, alte Reben - vom Weingut Matheus aus Piesport an der Mosel, welches ich kürzlich auf dem Winzerfest kennengelernt hatte-.
Die feine fruchtige Süße harmonierte ganz  ausgezeichnet mit der leicht herben Leber und den köstlichen Trauben.


Buon Appetito!

Dienstag, 31. August 2010

Porcini sott'olio, eingelegte Steinpilze in Olivenöl!

Am Samstag auf dem Wochenmarkt.
Da waren sie endlich, die Steinpilze. Lange hatte ich darauf gewartet und jetzt  gab es sogar welche aus Deutschland, das stand jedenfalls auf der Kiste.



Ich hatte nur 600 g gekauft, -ich bin ja nicht Krösus- die eine Hälfte zum Einlegen und die andere Hälfte für eine Pasta für zwei Personen. Tatsächlich war keine einzige Made in den Pilzen. Das ist gut so, denn Fleisch ist ja z.Z. verpönt und wie man sieht, es geht auch ohne.
 
Zutaten zum Einlegen:
  • Steinpilze
  • feinstes Olivenöl
  • Weinessig
  • Pfefferkörner
  • Salz
  • Lorbeerblätter
  • 1 Zimtstange



Zubereitung:
Weinessig und Wasser halb und halb, mit Gewürzen, Lorbeer und Salz aufkochen. In den kochenden Sud die Pilze geben und 2 Min. kochen lassen. Abgießen und auf Küchenkrepp abtropfen und abkühlen lassen. Das Papier einige Male auswechseln, bis es fast trocken bleibt. Die Pilze sollen möglichst viel Wasser abgeben.



Die Steinpilze mit frischem Lorbeer und Pfefferkörnern in Schraubgläsern einschichten und mit Olivenöl aufgießen.
Knoblauch habe ich nicht dazu getan, ich glaube, frischer Knoblauch bringt das Öl zum Gären. Jedenfalls hatte ich mal Pech damit und das Öl im Glas schlug Blasen nach ein paar Tagen. Vielleicht bekomme ich einen Tipp von Euch, ob es am Knoblauch liegen kann.


Nach getaner Arbeit gab es eine leckere Pasta mit gebratenen Steinpilzen, Olivenöl mit Limone und gebröckeltem Parmesan. Da kann man nicht meckern.

Buon Appetito!

Dienstag, 6. Juli 2010

Bobbia, Gemüsesalat à la Syrakusa!




Zu allen Sommer Grill- oder nicht Grillgerichten passen die mediterranen Gemüse wunderbar, das ist ja nichts Neues. Dieser sizilianische Gemüsesalat, über den ich mal auf Sizilien stolperte, der eigentlich ein komplettes Essen ist, natürlich auch. Es schadet allerdings nicht, die ein oder andere Salsiccia oder einen kleinen Fisch dazu zu genießen.

In einem alten Kochbuch, "Sizilien, Essen & Trinken zwischen Orient und Okzident" von Franco Antonio Belgiorno fand ich diesen Gemüsesalat dann wieder. Der Sizilianer Franco Antonio Belgiorno kam 1971 nach Deutschland. Jahrelang war er Moderator beim ZDF und hat somit seine Landsleute aus Italien betreut. Mehr aus Heimweh, als aus Passion begann er von und mit seinen heimischen Freunden zu kochen und Rezepte zu sammeln. Er hatte eine beachtliche Sizilien- und Kochbuchsammlung, 1985 schon über 1000 Stück, und hat in dem Jahr endlich selbst ein eigenes geschrieben.

Eigentlich ähnelt der Salat der Capunatina oder der Pipironata. Aber so ist es ja, man lässt hier eine Komponente weg oder fügt anderswo etwas dazu und schwupps hat man ein anderes Gericht.

Für dieses hier braucht man garnicht viel:

3 Paprikaschoten
1 Kartoffel und 1 Süßkartoffel
1 weiße Zwiebel, Knoblauch und Chili nach Gusto
ein paar Tomaten
Salz, Pfeffer, Olivenöl


Die Kartoffeln schälen, würfeln und in ganz wenig Salzwasser kochen. Die Süßkartoffeln habe ich aus farbtechnischen Gründen dazu getan, sie gehörten nicht zum Rezept.
Zwiebeln und Knoblauch ebenfalls schälen, würfeln und in Öl andünsten.

Die Paprikaschoten auch schälen, das geht am besten mit dem Sparschäler, würfeln und zu den Zwiebeln geben. Salzen und pfeffern und wenn man mag etwas Chili zugeben.


Tomaten häuten und vierteln und zum Gemüse geben sie brauchen nur erwärmt werden.
Inzwischen müssten die Kartoffeln gar sein. Nun auch sie dazu geben und unterheben. Ich habe mit einem Spritzer Essig abgeschmeckt, das steht so nicht im Rezept, aber wie war das nochmal? Fügt man eine andere Komponente dazu und schon hat man ein anderes Gericht.
Honig oder Zucker, den ich sonst diesen Gemüsen zufüge habe ich mir geschenkt, die Süßkartoffel hat sich sehr harmonisch und süß eingefügt.


Im Originalrezept steht auch es solle 45 Min. kochen, aber das war mir zu lang. Nach 10 Min. war das Gemüse noch knackig und ganz nach meinem Geschmack.
Das schöne ist, gerade im Sommer, es schmeckt sehr gut lauwarm. Nur noch mit einem Faden Olivenöl beträufeln und ab mit dem Teller auf die Terrasse.

Die Farbe des Gerichts hat übrigens jetzt nichts mit einem aktuellen Anlass morgen  zu tun, auch wenn es einem sehr spanisch vorkommt.

Bbon'appititu!

Dienstag, 29. Juni 2010

Pesto von frischen Dickebohnen!


Endlich gibt es Dickebohnen auf dem Wochenmarkt. In den letzten Jahren waren die türkischen Gemüsehändler immer die Ersten, die sie anboten. Das war in diesem Jahr anders. Ich wartete vergeblich darauf. Mit den Bohnen kann ich ohne großen Aufwand etwas zaubern und habe immer was Leckeres im Kühlschrank. Das habe ich bei den Sizilianern abgeguckt. Da heißt der Pesto Maccu.
Bei diesem schönen Sommer Wetter kann ich mich also getrost zurücklehnen.
Der Plan für's Mittagessen war also perfekt. Noch sind die Bohnen schön klein. Der Geschmack ist  unvergleichlich nussig. Noch unterstützend beim nussigen Geschmack eines Pestos sind die Kerne, in diesem Fall von Pinien.


 Zutaten:

  • 1 kg Dickebohnen mit Schoten
  • 1 EL Pistazien, Pinienkerne oder Mandeln, was gerade vorrätig ist
  • 1 EL geriebener Käse, z.B. Parmesan oder Sbrinz
  • feinstes Olivenöl
  • Meersalz, Pfeffer a. d. Mühle
  • Chili und Knoblauch nach Gusto


Zuerst die Bohnen döppen, eine Minute in Salzwasser blanchieren, mit kaltem Wasser abschrecken und dann enthülsen. Das muß unbedingt sein, die Lederhaut der Bohnen lässt sich nicht gut zerkleinern und ist außerdem unverdaulich. Es bleiben nur etwa 150 g feine, zarte Bohnenkerne übrig, aber der Aufwand lohnt sich.
Die Pinienkerne in der trockenen Pfanne kurz angeröstet, Vorsicht, das geht sehr schnell, also dabei stehen bleiben.



Die Zutaten in die Moulinette geben, vom Öl erst einmal nur 2 EL, man kann ja noch nachgießen. Salz und Pfeffer vorsichtig dosieren, der Parmesan bringt Salz mit.Chili und Knoblauch nach Geschmack dazu geben. Es soll eine streichfähige Paste ergeben. Wer hat, gibt etwa einen TL kleingeschnittene
konfierte Zitronen dazu, dann aber kein Salz.


Auf geröstete Weißbrotscheiben streichen und zum Aperitif reichen, oder, passend zur Grillparty, zu gegrilltem Fleisch oder Fisch als Beilage.
Mit Pasta und geriebenem Parmesankäse ist es eine feine Vorspeise. Dazu mit etwas Nudelkochwasser anreichern, bis der Pesto schön sämig ist.

Ein paar Scheibchen knusprige Pancetta krönten die Pasta.


Buon Appetito!

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