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Sonntag, 9. Dezember 2012

Tonkabohnen-Muffins für Greta!

 

Vor sehr langer Zeit schickte mir Greta, die im richtigen Leben Marija heißt, ein Restaurant betreibt und seit ein paar Wochen auch bloggt unter Planet Greta, eine gute handvoll Tonkabohnen.

 
Aber wie das Leben so spielt, wusste ich erst einmal gar nicht viel damit anzufangen.
Hie und da habe ich Sahne damit aufgepeppt und einmal Waffeln gebacken mit Tonkabohnen Aroma.
Das war's dann auch schon.


Dann, im Frühling, fuhr ich nach Sizilien und weil's so schön war, blieb ich vier Monate dort. 
Man/frau gönnt sich ja sonst nix. Also, wieder nichts mit der Bohne.


Heute am zweiten Adventsonntag war -und ist noch- das Wetter so schlecht, dass man keinen Hund vor die Tür schickt, geschweige denn, mich raus kriegen kann.
Was tun sprach Zeus? ........Kochen oder backen antwortete ich.
Na ja, backen ist nicht gerade meine Passion. Doch da fiel mein Augenmerk auf die gemeine Tonkabohne, ganz, ganz oben im Regal.
Und da war es wieder, mein schlechtes Gewissen gegenüber Greta-Marija.


Das kann doch nicht war sein, dass mir nach mehreren Monaten nichts eingefallen ist zu der Tonkabohne.
Man könnte fast ein Event daraus machen mit dem Titel: "Wiedergefundene Schätze". Wie gerade
bei Zorra im Blog ein Event lief, das  "Alte Schätzchen" hieß.


Da sind ja noch die neuen Muffin-Förmchen, die ich nur der Farbe wegen gekauft habe, die mal ausprobiert werden wollten.
 
Schnell habe ich mal die Zutatenliste gecheckt, was alles so im Hause ist, also ausser den Tonkabohnen.

Als da waren:
  • Eier
  • Butter
  • Zucker
  • Mehl
  • Milch
  • Salz
  • Apfel
  • Backpulver
  • Zimt
  • Tonkabohnen
  • brauner Zucker für die Kruste
Na also, geht doch.


Die ersten Muffins meines Lebens und dann mit köstlichem Tonkabohnen-Aroma. 
Die ganze Küche duftet noch danach.
Danke liebe Greta-Marija für die Lieferung, ich gelobe Besserung. 
Niemals wieder werde ich so lange warten mit der Zubereitung einer Speise mit einem geschenkten Gewürz.

Buon appetito!

Sonntag, 27. Juni 2010

Ich war reif für die Insel!


Zur Einstimmung auf Mallorca hatte ich am Vorabend der Abreise iberische Blutwurst zubereitet.
Da hatte ich nicht viel Arbeit damit und genügend Zeit zum Kofferpacken.
Was aber noch viel wichtiger war, der Herr Geschmacksache sollte noch einmal gut essen, bevor ich ihn verließ.


Die Wurst kaufte ich fertig, also nur in die Pfanne damit und ganz sanft gebraten.
Den Apfel mit Schale in Scheibchen geschnitten und in Butter mit wenig Zucker karamelisiert.
Die Kartoffeln, nicht zuviele, in Würfel geschnitten und in Olivenöl gebraten. 


Dazu ein Wein aus Zaragoza!
Hasta la vista Baby, sono io ante portas!

Montag, 15. Februar 2010

Kochen nach Apicius!

Es ist schon erstaunlich, wie viele Rezepte von Apicius auch heute noch Bestand haben. In einer Übersetzung des Apicius-Kochbuchs aus der altrömischen Kaiserzeit fand ich folgendes Rezept:
Netzwürstchen von Schweineleber.
Es ähnelt total der immer noch beliebten "Fegato alla Veneziana", die nicht nur in Italien häufig auf der Speisekarte steht. Allerdings habe ich sie lange nicht mehr im Netz serviert bekommen -oder soll ich sagen verkleidet?  ist ja schließlich Rosenmontag-. Vor Jahren in Rom noch eine Selbstverständlichkeit. Stücke von Kalbsleber mit Salbei eingewickelt und immer drei Stück aufgespießt und gebraten. Inzwischen bekommt man sie meistens als geschnetzelte Leber.
Ich machte jetzt mal wieder die altbekannte Variante und zwar mit Polenta und glasierten Apfelscheiben, wie es sich gehört. Basta.
In Anlehnung an Apicius nahm ich das Netz und frischen Lorbeer, aber bei der Leber entschied ich mich für die feinere Variante: vom Kaninchen -Meister Bontrup lässt grüßen-. Während Apicius die Leber zermahlen oder zermust hat, blieb sie bei mir heil, lediglich in mundgerechte Stücke zerteilt.
Für 2 Personen braucht man: 
300 g Leber
1 Schweinenetz
Lorbeerblätter
Meersalz, Pfeffer
Olivenöl zum Braten
Sojasauce und Sapa, Apicius nahm Garum
Polenta
1 Apfel
Zuerst bereitete ich die Polenta. Nach dem Abkühlen schnitt ich sie in Rauten und briet sie in Olivenöl an -ich glaube, Olio hätte Apicius auch verwendet-.
Die Leber teilte ich in gleichmäßige Stücke und wickelte sie mit einem kleinen Stück vom Lorbeerblatt in Teile vom Schweinenetz ein -der Lorbeer hat das Winterwetter bis jetzt gut überstanden-.
Ich spießte jeweils zwei Leberwürstchen auf Holzspieße und briet sie langsam an, insgesamt nur 4 Min. Zum Würzen nahm Apicius Garum, also Fischlake. Ich glaube, die legitime Nachfolgerin davon ist heute die Colatura. Da ich aber keine mehr im Hause hatte, verwendete ich Sapa, gemischt mit Sojasauce -Apicius ließe es wohl durchgehen-.
Die Apfelscheiben -ich nahm Boskop- glasierte ich in Butter mit etwas Zucker.

Buon Appetito!

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