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Sonntag, 21. April 2013

Ein Slow Food Menü mit dem Convivium Palermo!



Am Freitagabend trafen sich etwa fünfzig Sloowfoodies des Conviviums Palermo in der Trattoria "ARRHAIS" in Porticello zum monatlichen Schneckentreff. Wegen der bevorstehenden Messe Anfang Mai "SlowFish" in Genua war das Thema jetzt natürlich ein Fischmenü. 
Das Condotta Palermo mit seinem Fiduciario Mario Indovina arbeitet ständig daran, seine Mitglieder zu dem Thema zu sensibilisieren. Die immer häufigeren Versorgungs-Schwierigkeiten auf Fischmärkten wegen der Politik der Ausbeutung unserer Meere liegen Giovanni und Calogero Tarantino von der Trattoria Arrhais sehr am Herzen, so haben sie einen speziellen Manager beauftragt, der auf eine spezifische Auswahl von Fischen aus der Region achtet. Die beste Qualität steht dabei natürlich im Vordergrund, man ist ja bei den Slowfoodies.
Porticello ist der geeignete Ort, um diese guten Absichten umzusetzen. Diese zu fördern, ist eine wichtige Voraussetzung. In Porticello wird auch heute noch täglich gefischt und am Hafen der Fang direkt verkauft.
Zu  diesem Menü hat ein SF Mitglied, Francesco Pensavecchio, der zufällig für PLANETA arbeitet, die passenden Weine dazu mitgebracht und ausgiebig darüber informiert.
Da wir zufällig in der Nähe von Porticello waren, hatten wir das große Glück, an diesem erlebnisreichen Abend teilhaben zu dürfen.

Ein erstklassiges Olivenöl aus Val di Mazara mit knusprigem Brot zum Aperitivo

Fritto misto di vuggiolo e sardine,  Carpaccio di palamito


Involtini di spatola, Vope sfilettate in agrodolce
An dieser Stelle gilt mein Dank dem Koch des Hauses Calogero. 
Mein Favorit an diesem Abend waren die Involtini mit dem wunderbaren Duft der Orangen.

Fraelli alla Luciana, Polpette di alaccia in salsa e mentuccia


Fusilli freschi con palamito, finocchietto selvatico, menta e pomodoro


Pesce luna al vino apparecchiato con capperi, cipolla e salsa di pomodoro


Sorbetto al Limone

Menu 

Antipasti
1.Carpaccio di palamito
2.Fritto misto di vuggiolo e sardine
3.Involtini di spatola 
4.Vope sfilettate in agrodolce 
5.Fraelli alla Luciana
6.Polpette di alaccia in salsa e mentuccia
La Segreta Bianco 2012 – DOC Sicilia (Dispensa – Menfi, AG)
50 % Grecanico, 30% Chardonnay, 10 % Viognier, 10 % Fiano
Ein Wein für alle Fälle, wir tranken ihn zu allen Antipasti

 
                                                              
            Primo 
                  Fusilli freschi con palamito, finocchietto selvatico, menta e pomodoro
             Eruzione 1614 Carricante 2012 – DOC Sicilia (Feudo di Mezzo – Etna, CT)
          Dieser Wein enthält einen kleinen Schuß Riesling, was ihn unglaublich frisch macht
und durch den fruchtbaren Etna-Boden etwas sehr mineralisches hat.

Secondo 
Pesce luna al vino apparecchiato con capperi, cipolla e salsa di pomodoro
DOCG Cerasuolo di Vittoria 2011 (Dorilli – Vittoria, RG)
Der Name dieses einzigartigen DOCG Weines "Cerasuolo"  kommt con Cerasa, sizilianisch für Kirsche. Die Trauben sind Nero D'Avola  und Frappato. Der Letztere ist für diese schillernde Kirschfarbe verantwortlich
Cometa 2011 (Dispensa – Menfi, AG) 100% Fiano
 Dieser Wein ist ausdrucksstark, fruchtig und mineralisch zugleich.
Er wurde wahlweise zum Cerasuolo ausgeschenkt. Mir viel die Auswahl schwer, dennoch entschied ich mich für den kirschroten. (Rot ist meine Lieblingsfarbe) 

Dolce
Sorbetti 
Passito di Noto (SR) Doc, 100% Moscato Bianco.
Eine unglaubliche Harmonie zwischen "Agro e Dolce"


 50 persone max. Prezzo: € 30,00 per i soci. Da kann man nicht lamentare, e meckern.


Links Slow Food Chef Mario Indovina, rechts berichtet der Pressechef 
des Weingutes Planeta, Francesco Pensovecchio, über die Weine

Der Pressechef des Weingutes Planeta, Francesco Pensovecchio, bei der Arbeit

Vorne rechts Mario Indovina

Mario, der Slow Food Chef und Giovanni Tarantino, der Chef der Trattoria

Ganz links der Chefkoch Calogero Tarantino




Es war ein sehr genussvoller Abend. Slow Food Veranstaltungen dieser Art wünsche ich mir für unser Convivium auch des öfteren. Das Preisleistungsverhältnis war mehr als positiv.

Buon Appetito, bbon appititu!

Sonntag, 22. April 2012

Notizen aus Sizilien I, Essen in Marthas Garten!


Zu einem traditionellen, sizilianischen Menü trafen wir uns mit Freunden von der Sprachschule Solemar in Porticello in Marthas wunderbarem Garten voller Zitronenbäume. Der Duft der Blüten erwischte uns wie ein Parfüm, war also quasi schon der Aperitivo.
Martha ist eine Slow Food Köchin der ersten Stunde, das merkt man bei der Produktauswahl und an der liebevollen Zubereitung der Speisen.
Gleich der erste Gang, oder war es der kleine Gruß aus der Küche, überraschte durch die ungewöhnliche Kombination. Polpette di Sardine con Salsa di Pomodoro. ein Sardinenklößchen gefüllt mit Pinienkernen und Minze, mit Tomatensauce umhüllt. Dazu ein selbstgebackenes Brot mit röscher Kruste. Ein herrlicher Einstand!

Cozze in Brodo alla siciliana, schön aromatisch. Also da nehme ich doch lieber die deutsche Bezeichnung: Muscheln im Sud.


Der Salat vom Polipo mit Pesto, herrlich sanft in der Konsistenz und Cedro Zitronen mit ihrer leichten unaufdringlichen Säure machten den Gaumen frisch für die nächste Runde.



Hausgemachte Tagliatelle mit wildem Fenchel, kandierten Orangen, geriebenes und mit Mandeln geröstetes Brot und eingelegten Sardellen. Das ist Marthas Version von dem palermitanischen Gericht Pasta con le Sarde. Die süß-bitteren Orangen harmonierten ausgezeichnet mit dem duftenden Wildfenchel. Und bei Pasta schmelze ich eh dahin.


Pesce fritto, oder wie Martha es nennt: Tempura alla Pesce. Gamberoni und Triglie in einem hauchdünnen Teigmantel, dazu eine Mangoldsauce. Da roch man noch das Meer, so frisch waren die Fische.
Bis dahin wurden die Speisen begleitet vom Grillo, einem Weißwein aus einer alten traditionellen, sizilianischen Rebsorte.


Den Löffel Gelato al Liquiritzia, Lakritzeis, zwischen dem Fisch und dem Dessert hatte ich nicht fotografiert, es wäre es aber allemal wert gewesen. Wunderbares Spiel von herb und süß.
So liegt nur der leere Löffel über der Torta Mascapone con Filo di Salsa al Caramello,
auch hier das gleiche Mundgefühl, schön ausgeglichen.


Zwischen den Gängen blieb immer etwas Zeit sich im Garten umzutun. Maria zeigte mir, wie und wo der wilde Spargel wächst. Alleine hätte ich den niemals gefunden. Mal schaun, was ich damit anstellen kann. Ich dachte an einen Pesto, aber ich habe hier keinen Mixer.



Ein gelungener Sonntag mit einem köstlichen Essen. Ja, kochen und genießen, das können sie, die Sizilianer/innen.
Über eins möchte ich aber mal mit Martha sprechen, die Farbe der Tischdecken. Da könnte man vielleicht etwas ändern!

Bbon Appititu!

Dienstag, 17. August 2010

Jiddisch gegessen!


Wir haben in Bochum jetzt ein jiddisches Restaurant/Bistro/Café, das "Matzen",
was für eine Freude!
Bisher gab es dort erst die sogenannte "Weiche Eröffnung", es läuft also noch eine Probephase. Die offizielle Eröffnung findet nach den Sommerferien statt. Nichts desto trotz kann man dort schon speisen und das nicht schlecht.

Die freundliche Servicefrau
Das Lokal ist integriert in die Synagoge Bochum am Stadtpark. Geleitet wird es von Gemeindemitgliedern der jüdischen Gemeinde. Einen Bericht dazu gibt es in der WAZ zu lesen.
Ergänzend anmerken möchte ich lediglich, dass der jüdische Sabbat am Samstag ist und nicht, wie in der WAZ zu lesen, am Freitag. Korrekterweise beginnt er Freitags nach Sonnenuntergang, also spät abends und dauert bis Samstagabend.

Matzen mit Hummus und frisch gebackenen Hefebrötchen

Auch ist es keineswegs der Fall, dass es am Freitag Mittag nur einen Café Betrieb gibt. Zufälligerweise war ich an einem Freitag Mittag zu einem dreigängigen Menü dort zum Essen und habe es sehr genossen.

Ein sehr leichter Borschtsch mit viel frischem Dill
Ich hatte das Glück, draussen unter alten Bäumen zu sitzen mit Blick in den alten Park.

Bliný mit Pilzsauce, abgeschmeckt mit saurer Sahne

Die anderen Gerichte habe ich nicht fotografiert, es waren  u.a. gebratener Lachs mit feinem Gemüse.

Wem das jetzt nicht ganz koscher ist, der sollte es selbst einmal ausprobieren. Ich kann es nur wärmstens empfehlen. "Est gezunterhayt!"

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