Sonntag, 8. Juli 2012

Kulinarische Notizen aus Sizilien VII, Tenerume!


Tenerume, das sind die Stiele oder Ranken der langen, weißen Zucchine lunga, lunga, von denen man nur die Blätter und Knospen isst.Tenerume, das kommt von tenere also zart. Will heißen, man verwendet die Blätter nur im Sommer, wenn sie ganz zart sind.


Maria, die Patronin der Pizzeria "Basilica" in Santa Flavia (PA), hatte uns zu einem Piatto di Tenerume eingeladen. In dem Lokal gibt es sonst hauptsächlich Pizza, und zwar die beste weit und breit. Sohn Giuseppe, einer von fünf Söhnen, bereitet sie allabendlich in einem Steinofen zu, der natürlich nur mit Holz befeuert wird.


Erstmal wird ordentlich Gemüse geputzt.


Dann in Streifen geschnitten und in Salzwasser mit der Pasta zusammen gekocht. Es empfielt sich, eine Pasta zu wählen, die eine kurze Kochzeit hat. Maria nahm gebrochene Spaghettini.
In der Zwischenzeit hat sie frischen Knoblauch und frische Zwiebeln in Olivenöl angedünstet. Tomaten und Würfel von der Zucchina lunga, lunga in Stückchen dazu gegeben und mit der Tenerume und etwas Kochwasser - welches jetzt hellgrün ist genau wie die Pasta- mit selbiger vermischt. Zum  Schluss mischte sie noch ein paar Käsewürfelchen darunter, ich glaube, es war der hier so beliebte Tuma fresca.
Das Ganze wurde in Suppen- oder Pastatellern serviert und mit einem Filo Olio di Olivo gekrönt.


Die stolze Maria mit ihrer köstlichen Speise und wir mit dabei.
Eine heiße Suppe bei 36° im Schatten, wir haben geschwitzt!


Danach -und auch zum Naschen schon davor- gab es Fritelle. Gefüllt mit Zucchinablüten, Mozzarella und gekochtem Schinken. Hmm, lecker!

Maria am Kopfende, links ihre beiden Schwestern und vorne rechts einer der Söhne

Ein Essen in einer sizilianischen Familie, danke Maria, das erlebt man nicht alle Tage.
Zum Dessert gab es hinterher noch Melone und dann Caffé.


Am nächsten Tag habe ich selbst Tenerume zubereitet und zwar wie Spinat als Beilage. Das darf ich aber keiner sizilianischen Mamma erzählen, sie sind ja sehr traditionsbewusst, also quasi Slow Food mäßig und bereiten es deshalb immer zu mit Pasta. So soll es auch sein.

Buon Appetito!

Kommentare:

  1. Ich glaube, in der Steinofen-Pizzeria habe ich auch schon gegessen. Und diese autochthonen Gemüse finde ich großartig.

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  2. Danke Geniesser, du sprichst mir aus der Seele.

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  3. Das sieht ja lecker aus und ich wusste garnicht, das es Zucchini gibt, bei denen man die Blätter ist.

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  4. Liebe Freundin,
    so einen Genuss den Ihr da erleben durftet, einfach super. Das nenne ich Essenskultur.

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  5. Lisa, das ist eine eigene Sorte, da wachsen die Zuchine an Ranken wie Kürbisse.

    Klärchen, ja das war es wirklich, einfach und von bester Qualität.

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