Freitag, 26. März 2010

Pasta alla Norma!


Vor Jahren hatten wir zum ersten Mal das Glück nach Sizilien zu reisen. Unsere Freunde dort, stellten uns ihre eigene Wohnung zur Verfügung, mitten in einer kleinen Stadt auf dem Lande. -Wo gibt es das hier bei uns?- Dieser Ort war so weit weg vom Tourismus, dass es nicht einmal ein Restaurant gab. Es rentierte sich offensichtlich nicht.
Als passionierte Köche, ausgestattet mit dem kleinen Küchenlatein haben wir jedoch sogleich erkannt, dass das eine wunderbare Herausforderung ist.
Die Nachbarschaft funktionierte hervorragend. Bereits am ersten Tag – man war schon über das Kommen der Stranieri informiert – kamen Nachbarn, und brachten Lebensmittel aus ihren Vorratskellern. Z.B. getrocknete Tomaten und Tomatensaucen in allen Variationen, Pesto, eingelegte Artischocken, hauseigenen Wein, eigenes Olivenöl u.s.w.
Beim Spaziergang in der Umgebung, wenn wir an Gärten vorbei kamen, wurden wir mit Obst, Gemüse und Kräutern versorgt, aber niemals ohne das passende Rezept mitzuliefern.
Das allerfeinste war, dass wir dazu eingeladen wurden frühmorgens zu zuschauen, wie Pecorino gemacht wird und das Nebenprodukt Ricotta, welches bei der Zubereitung anfällt. Ricotta wurde und wird auch heute noch täglich gegessen, wie bei uns Joghurt oder Quark.


Die Steigerung der Ricotta ist dann die Ricotta salata, welche, wie der Name schon sagt, gesalzen wird und  einige Zeit trocknen und reifen muss. Solange konnten wir leider nicht warten, unser Urlaub dauerte nur drei Wochen.



Da die Küche in unserer Ferienwohnung sehr gut ausgestattet war, haben wir abends die wunderbaren Leckerbissen gleich verarbeitet – oft auch mit den neu gewonnenen Freunden - und viele neue Erfahrungen gesammelt.

Hier mein Lieblingsrezept aus dieser Zeit:


Pasta alla Norma

250 g Penne rigate
1 runde Aubergine
Meersalz, Pfeffer
Knoblauch, Olivenöl
Ricotta salata pecora,  gesalzene getrocknete Ricotta

Für die Tomatensauce: 

1 Dose Tomaten, im Sommer natürlich frische
Knoblauch, Olivenöl, 1-2 Sardellen in Öl eingelegt
Meersalz, Pfeffer a.d.Mühle
frisches Basilikum

Aus den Zutaten eine Tomatensauce kochen.


Die Auberginen in grobe Stücke schneiden und in reichlich Olivenöl braten. 
Knoblauch fein würfeln und mit Pfeffer dazu geben. Ganz zum Schluss erst salzen, sonst ziehen die Auberginen Wasser.



Die Penne in Salzwasser bissfest kochen und mit der Tomatensauce und den Auberginenwürfeln anrichten.
Mit Basilikum bestreut servieren. Geriebene Ricotta dazu reichen.


Als Ersatz für die Ricotta geht evtl. auch Pecorino. Allerdings ist es dann ein völlig anderer Geschmack.
Auf Sizilien gab es in früheren Zeiten keinen Parmesankäse. Der kulinarische Norden war weit weg. Deshalb gab es zur Pasta entweder Ricotta salata Pecora oder Pecorino.


Ganz interessant zu wissen ist ja auch, daß Ricotta egal ob frisch (fresca) oder getrocknet (secca) bedeutend weniger Fett und damit weniger Kalorien enthält als Parmesankäse. Für eine moderne Küche also empfehlenswert!

Es gibt verschiedene Geschichten darüber wie es zu dem Namen " alla Norma" kam. Sicher ist, dass sie zu Ehren des Opernkomponisten Vincenco Bellini, geb. 1. November in Catania, gestorben 24. Sept. 1835 in Paris, genannt wurde. Wahrscheinlich, während er die Oper „Norma“ komponierte, und die Cantante d'opera diese Pasta fast jeden Abend zu sich nahm. Eine schöne Beschreibung dazu findet Ihr bei Petra vom Kaffeeklatsch

Buon Appetito!

Kommentare:

  1. Diesen Urlaub hätte ich gerne miterlebt! Das ist doch was ganz besonderes - die super Region, das Ferienhaus, der Freundeanschluss, das improvisierte und dafür umso bessere selber Kochen. :-)

    Toll. Das Rezept auch - ich habe einen Auberginenfan im Hause, vielleicht sollte ich das doch mal ausprobieren.

    AntwortenLöschen
  2. Das muss ein Traumurlaub gewesen sein. Toll! Könnte ich mir für mich auch ganz gut vorstellen...

    AntwortenLöschen
  3. Sowas gibt es doch auch hier über Wohnungstauschbörsen für den Urlaub, im Internet. Kenne einige, besonders junge Familien, die das gerne nutzen. Gegenseitiger Vertrauensvorschuss ist natürlich Voraussetzung.

    Sieht wirklich nach einem gelungenem Urlaub aus.

    AntwortenLöschen
  4. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

    AntwortenLöschen
  5. Super ambulante Ricotta-Kochanlage. Wäre was fürn Weindeuter im Garten...

    AntwortenLöschen
  6. Barbara und Nata, ja, das war ein Traumurlaub. Ab und zu fahre ich noch hin.

    S.S.S. Tauschbörse, ja warum nicht. Ich schau mal ins Netz.

    Geniesser, Ich glaube die EU erlaubt heutzutage diese Anlage nur mit Thermometer.

    AntwortenLöschen
  7. Danke für den Link auf meinen Artikel :) Ricotta salata gibt es bei uns wohl nur in ausgewählten Läden zu kaufen, in der Provinz jedenfalls gar nicht, wie ich feststellen musste.

    AntwortenLöschen
  8. Ohhh, der Urlaub war bestimmt traumhaft! Und das Gericht sieht köstlich aus. Schöner Beitrag!

    AntwortenLöschen
  9. Petra, ich lasse sie mir direkt aus Sizilien mitbringen, selten aber immerhin.

    Flüge, danke für die Blumen.

    AntwortenLöschen
  10. Wegen Ricotta salata (und am Besten noch affumicata) kann ich nicht jedes Mal nach Kalabrien oder Sizilien fahren, z.B. nach Verbicaro (CS) oder Santa Ninfa (TP), sondern ich behelfe mir mit Feta von Mäh und Meck. Den lasse ich wenigstens 2-3 Tage trocknen. Dann kann er gerieben werden.
    Ein Teil der abgetropften Salzlake ist ein guter Aromageber für den Sugo di pomodoro.
    Da sperimentare!

    AntwortenLöschen

LinkWithin

Related Posts with Thumbnails
http://www.linkwithin.com/install?platform=blogger&site_id=165067&url=http%3A//reinegeschmacksache.blogspot.com/&email=boncibus%40googlemail.com